Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert von der Bundesregierung deutlich weitergehende Maßnahmen zur Entlastung des Einzelhandels. Eine aktuelle Umfrage des Verbands unter 436 Handelsunternehmen zeigt erhebliche Unzufriedenheit mit den bisherigen Regierungsmaßnahmen angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs.
Laut der Umfrage, die der HDE vom 16. bis zum 20. April 2026 durchführte, bewerten 85 Prozent der befragten Händler die Senkung der Kraftstoffsteuer als unzureichend. 83 Prozent lehnen die von der Bundesregierung angeregte Entlastungsprämie von 1.000 Euro ab, weil sie eine solche Zahlung als staatliche Aufgabe und nicht als Leistung der Arbeitgeber betrachten. 89 Prozent der Unternehmen rechnen den Angaben zufolge mit weiteren Kostensteigerungen infolge des Kriegs, und 72 Prozent sehen kurz- und mittelfristig Arbeitsplätze in ihren Betrieben gefährdet.
HDE-Präsident Alexander von Preen kritisierte die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung scharf. „Die Kosten explodieren. Bei Energie und Personal hatten wir schon vor dem Iran-Krieg eine mehr als schwierige Situation“, heißt es in der Mitteilung des Verbands. Die Bundesregierung dürfe nicht bei „Trostpflastern“ stehen bleiben. Zur Entlastungsprämie sagte von Preen laut der Mitteilung: „Es kann doch nicht sein, dass der Staat den Bürgern Entlastung verspricht und dann die Unternehmen auffordert, das zusätzlich zum normalen Lohn aus ihren Budgets zu bezahlen.“
Konkret verlangt der HDE nach eigenen Angaben eine Absenkung der Stromsteuer auf das zulässige Minimum – sowohl für Unternehmen als auch für Privatverbraucher. Zudem fordert der Verband eine Obergrenze für die Lohnnebenkosten bei 40 Prozent. Von Preen bezeichnete den Faktor Arbeit als zu teuer und sprach von „dramatischen Werten“ in der Umfrage.