„Unsere Landwirtschaft wird entlastet“
Von Alois Rainer, Bundeslandwirtschaftsminister
Alois Rainer ist gelernter Metzgermeister und führte mehr als drei Jahrzehnte einen Gasthof mit Metzgerei als Familienunternehmen im Bayerischen Wald. Seit 1989 ist er Mitglied der CSU, seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages. 2025 übernahm er die Leitung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
Die Senkung der Energiesteuer ist ein notwendiger Schritt – und sie kommt dort an, wo sie gebraucht wird: bei den Menschen und bei unseren Betrieben. Weniger Kosten für Diesel und Benzin entlasten unsere Landwirtschaft unmittelbar und wirken entlang der gesamten Lebensmittelkette bis in den Supermarkt.
Eine niedrigere Energiesteuer hilft zudem den Menschen im ländlichen Raum, für die das Auto tagtäglich unverzichtbar ist. Wir setzen damit ein klares Zeichen: Wer Versorgungssicherheit ernst meint, muss die Landwirtschaft insgesamt stärken – mit weniger Bürokratie, fairen Wettbewerbsbedingungen und echten Perspektiven für die Betriebe im ländlichen Raum.
Diesen Kurs müssen wir jetzt konsequent weitergehen, denn ohne eine starke Landwirtschaft gibt es keine Versorgungssicherheit in unserem Land.
„Die fossilen Konzerne streichen einiges selbst ein“
Von Zoe Mayer, Bündnis 90/Die Grünen
Zoe Mayer (Bündnis 90/Die Grünen) ist Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Karlsruhe-Stadt und leitet die AG für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat und ist Tierschutzbeauftragte in der Bundestagsfraktion der Grünen.
Die Logik klingt bestechend einfach: Wenn man die Energiesteuer senkt, sinken auch die Preise, alle profitieren. Doch ein Blick auf die Akteurskette zeigt, warum das ein Trugschluss ist. Die Energiesteuer wird von den Energieunternehmen abgeführt, also Mineralölkonzernen und Gasversorgern. Diese geben die Steuer dann mittels Preissetzung ihrer Produkte an die Verbraucher weiter, egal ob einzelne Konsumenten oder Unternehmen. Dasselbe Prinzip könnte in der Theorie auch in die andere Richtung greifen: Eine Energiesteuersenkung könnte ebenso durchgereicht werden wie die Erhebung der Steuer.
Doch die Vergangenheit lehrt uns, dass Senkungen leider nicht vollständig an die Endabnehmer durchgereicht werden – die fossilen Konzerne streichen sich einiges selbst ein. Denn sie wollen ihre Marge schützen. Die Mehrkosten der Krise bleiben an den Endverbrauchern hängen. Es spricht wenig dafür, dass es dieses Mal anders läuft. Eine Energiesteuersenkung ist demzufolge kein zielgerichtetes Instrument, um die Ernährungswirtschaft, Verbraucher oder Landwirte zu entlasten. Eine Stromsteuersenkung für alle wäre der kluge Weg.