Die Haushalte in Deutschland haben im Januar 2026 durchschnittlich 393,32 Euro pro Monat für Lebensmittel ausgegeben. Das geht aus Daten des Marktforschungsunternehmens Yougov hervor, das für sein Shopperpanel 30.000 Haushalte ausgewertet hat. Die Ausgaben sind damit in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: 2021 lagen sie noch bei durchschnittlich 332,26 Euro, 2023 bei 367,80 Euro und 2025 bei 381,14 Euro. Berücksichtigt sind dabei Lebensmittel einschließlich Getränke, Frischeprodukte wie Obst, Gemüse und Fleisch sowie Back- und Süßwaren – nicht jedoch Drogerieprodukte.
Regional fallen die Ausgaben unterschiedlich hoch aus. In Süddeutschland lagen sie laut Yougov zuletzt bei 402,22 Euro und damit bundesweit am höchsten, im Osten mit 376,62 Euro am niedrigsten. Yougov-Marktforscherin Petra Süptitz führt das unter anderem auf geringere Kaufkraft und kleinere Haushalte im Osten zurück. Philipp Hennerkes vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) sieht im Süden durch höhere Einkommen eine größere Bereitschaft, für Bedientheken, Markenprodukte und mehr Tierwohl zu zahlen. Im Westen lag der Durchschnitt im Januar bei 398,11 Euro, im Norden bei 388,26 Euro.
Wegen des Iran-Kriegs könnten die Lebensmittelpreise weiter steigen. Kai Hudetz vom IFH Köln wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Es ist davon auszugehen, dass steigende Energie-, Dünger- und Transportkosten mit Verzögerung auch auf die Lebensmittelpreise durchschlagen.“ Besonders betroffen seien Produktgruppen wie Brot und Backwaren, Getränke, Fertiggerichte, Süßwaren und Tiefkühlprodukte. Auch der Bauernverband und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie rechnen den Angaben zufolge mit steigenden Preisen. Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten eine Inflationsrate von 2,8 Prozent in diesem Jahr und 2,9 Prozent im Jahr 2027. Lebensmittel sind laut Statistischem Bundesamt im Schnitt knapp 38 Prozent teurer als 2020.
Yougov: 47 Prozent der Verbraucher achten stärker auf Sonderangebote
Die gestiegenen Preise verändern das Einkaufsverhalten. Laut einer repräsentativen Yougov-Umfrage achten 47 Prozent der Verbraucher „viel mehr“ auf Preise und Sonderangebote als noch vor einigen Jahren, weitere 33 Prozent „etwas mehr“. Nur 18 Prozent gaben an, ihr Verhalten nicht verändert zu haben. „Für 67 Prozent der Verbraucher sind die Preiserhöhungen schwer nachvollziehbar und sorgen für deutliche Verärgerung“, sagte Yougov-Marktforscherin Süptitz laut der Mitteilung. Lediglich 25 Prozent hätten Verständnis für die Preissteigerungen – dieser Anteil sei seit 2023 deutlich gesunken.
Bei der Wahl der Einkaufsstätte bevorzugen laut einer im Januar durchgeführten repräsentativen YouGov-Umfrage 32 Prozent der Verbraucher Supermärkte wie Rewe und Edeka, 29 Prozent Discounter wie Aldi und Lidl. 38 Prozent haben keine feste Präferenz. Supermärkte punkten der Befragung zufolge vor allem mit Erreichbarkeit, Frischeprodukten und Eigenmarken, Discounter mit Preisen und Sonderangeboten. Mehr als die Hälfte der Verbraucher kauft mehrmals pro Woche oder täglich Lebensmittel ein. Lieferdienste wie Picnic oder Rewe spielen dagegen eine untergeordnete Rolle: 71 Prozent der Befragten nutzen sie nach eigenen Angaben nie.
