Lebensmittelversorgung Tierseuchen sorgen für knappe Eier in Supermärkten

Vogelgrippe und die Newcastle-Krankheit haben Millionen Legehennen das Leben gekostet – kurz vor Ostern werden Eier in vielen Supermärkten knapp. Deutschland kann seinen Bedarf ohnehin nur zu 72 Prozent aus eigener Produktion decken. Im Spätsommer könnten die Preise weiter steigen, wenn Produzenten und Handel neue Verträge verhandeln.

Montag, 30. März 2026, 10:13 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Kurz vor Ostern fragen sich viele Menschen: Gibt es zum Fest genügend Eier? Denn zwei Krankheiten sorgen für Probleme bei den Produzenten. Bildquelle: Getty Images

Kurz vor Ostern kämpfen Supermärkte und Discounter in Deutschland mit Engpässen bei Eiern. Vogelgrippe und die Newcastle-Krankheit haben die Bestände an Legehennen dezimiert – und das bei steigender Nachfrage. In einzelnen Märkten standen Kunden zuletzt vor leeren Regalen.

Händler bestätigen angespannte Lage

Besonders sichtbar war die Knappheit laut einer Mitteilung der Nachrichtenagentur dpa in einigen Edeka-Filialen in Berlin. Dort wiesen Hinweisschilder auf Lieferschwierigkeiten hin. Eine Sprecherin der Edeka-Region Minden-Hannover erklärte demnach, die Verfügbarkeit sei zeitweise eingeschränkt gewesen. Man habe aber „bereits mit gezielten Umlagerungen innerhalb unseres Absatzgebiets reagiert“. Die Belieferung der Märkte sei grundsätzlich sichergestellt.

Auch andere Händler bestätigten die angespannte Lage. Ein Rewe-Sprecher bezeichnete die Situation wegen Vogelgrippe und Newcastle-Krankheit als „für die gesamte Branche herausfordernd“. Der Lieferdienst Picnic sprach von einem angespannten Eiermarkt mit punktuellen Engpässen. Lidl und Kaufland betonten, die Warenversorgung sei grundsätzlich gesichert.

Zwei Tierseuchen wüten mit drastischen Folgen

Hintergrund der Knappheit sind zwei Tierseuchen. Im Februar brach in Brandenburg und Bayern die hochansteckende Newcastle-Krankheit aus, die in Deutschland zuletzt vor rund 30 Jahren aufgetreten war. Betroffene Tierbestände müssen sofort getötet werden; allein in Brandenburg fielen bis zur vierten Märzwoche rund 2,1 Millionen Tiere der Seuche zum Opfer. Laut Hans-Peter Goldnick, dem Vorsitzenden des Bundesverbands Ei, gingen durch Newcastle-Krankheit und Vogelgrippe bisher etwa 4 Prozent der deutschen Legehennen verloren. Angesichts der hohen Nachfrage sei das „eine entscheidende Größe“, so Goldnick.

Deutsche essen so viele Eier wie lange nicht

Die Nachfrage nach Eiern steigt seit Jahren. Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft verzehrte jeder Mensch in Deutschland im vergangenen Jahr durchschnittlich 252 Eier – vier mehr als im Vorjahr. Seit 2022, als der Pro-Kopf-Verbrauch noch bei 234 Eiern lag, wächst der Konsum kontinuierlich. Behördenleiter Josef Goos nannte als Gründe unter anderem den günstigen Preis von Eiern als Eiweißquelle sowie den Trend zu vegetarischer Ernährung und kohlenhydratarmer Kost.

Selbstversorgungsgrad sank das vierte Mal in Folge

Rund um Ostern zieht die Nachfrage noch einmal kräftig an: Im März und April wurden laut dem Marktforschungsinstitut Yougov monatlich rund 1,1 Milliarden Eier gekauft – etwa 14 Prozent mehr als in den übrigen Monaten. Deutschland kann seinen Bedarf ohnehin nicht aus eigener Produktion decken. Der Selbstversorgungsgrad sank den Angaben zufolge das vierte Jahr in Folge und lag zuletzt bei 72 Prozent. Mehr als ein Viertel des Bedarfs muss importiert werden, vor allem aus den Niederlanden und Polen.

Zurzeit keine Preissprünge zu erwarten

Trotz der Knappheit dürften Verbraucher vor Ostern keine weiteren Preissprünge an der Ladenkasse erleben. Der Lebensmitteleinzelhandel habe feste Jahresverträge mit den Produzenten, erklärte Margit Beck vom Informationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel. Allerdings waren Eier bereits im Februar im Schnitt 14,5 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Spannend dürfte es im Spätsommer werden: Dann verhandeln Produzenten und Handel über neue Lieferverträge. Verbandschef Goldnick ging davon aus, dass viele Erzeuger angesichts der Lage höhere Preise einfordern werden.

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