Das EHI hat einen Trendreport zur Handelslogistik veröffentlicht. Die Studie analysiert den medialen Diskurs in Fachmedien und leitet daraus Entwicklungen der Branche ab. Der Report zeigt, dass sich die Schwerpunkte im Fachdiskurs verschoben haben.
Automatisierung, resiliente Lieferketten und flexible Netzwerkstrukturen gelten mittlerweile als Grundlage einer leistungsfähigen Handelslogistik, wie das EHI mitteilte. Gleichzeitig gewinnen datenbasierte Steuerung und KI-gestützte Planung an Bedeutung. Das Thema Nachhaltigkeit wird dagegen weniger intensiv behandelt. „Die Analyse zeigt eine Verschiebung im Fachdiskurs: Automatisierung, resiliente Lieferketten und flexible Netzwerkstrukturen gelten zunehmend als Grundlage einer leistungsfähigen Handelslogistik“, zitierte das EHI den Logistik-Experten Dr. Tobias Röding in der Mitteilung.
Die Studie stellt fest, dass Automatisierungen in Lagern sowie resiliente und anpassungsfähige Lieferketten keine Visionen mehr sind. Sie stellen mittlerweile Grundelemente einer stabilen Wertschöpfung in der Handelslogistik dar. Das Thema Robotisierung erhielt im Jahr 2025 zusätzliche mediale Aufmerksamkeit, da die Fortschritte in diesem Bereich auf logistischer Ebene sichtbarer werden. Auch Künstliche Intelligenz hält in handelslogistischen Prozessen Einzug. Die Dynamik der Berichterstattung über Echtzeitdaten und KI-gestützte Planung zeigt laut EHI, dass Nutzungserfolge im operativen Betrieb leichter nachweisbar sind.

EHI beobachtet Rückgang bei Nachhaltigkeitsthemen
Im medialen Diskurs sind deutliche Rückgänge bei den Themen Nachhaltigkeit, ESG und Regulatorik von 2024 auf 2025 zu beobachten. Dies deutet nach Angaben des EHI darauf hin, dass diese Themen zunehmend als regulatorische Rahmenbedingungen verstanden werden und somit an Aufmerksamkeit verlieren. Als Hintergrund nennt das EHI geopolitische Konflikte, volatile Transportmärkte und instabile Energiepreise, die globale Lieferketten störanfällig machen. Zudem verschärfen Omnichannel-Strukturen, steigende Serviceanforderungen, hohe Retourenquoten und neue Fulfillment-Konzepte den Wettbewerb.
Für Handelsunternehmen ergibt sich daraus laut EHI eine klare Managementaufgabe: Logistiknetzwerke entwickeln sich zum strategischen Rückgrat des Handels und sollten entsprechend auf Managementebene verankert werden. Daten gewinnen als zentraler Produktionsfaktor der Handelslogistik an Bedeutung. Flächenknappheit und steigende Automatisierungsanforderungen erfordern langfristige Infrastruktur- und Standortstrategien. Die Studie zeigt außerdem, dass technologische Investitionen nur dann Wirkung entfalten, wenn Unternehmen parallel in Organisationsstrukturen und Führung investieren.
