Spielwarenhandel Rofu Kinderland wird gerettet – doch Hunderte Stellen fallen weg

Der insolvente Spielwarenhändler Rofu Kinderland hat einen Investor gefunden. Die Kids & School Holding übernimmt 77 der mehr als 100 Filialen und rund 1.120 Arbeitsplätze. Doch in der Zentrale fallen besonders viele Stellen weg – von 360 Mitarbeitern sollen nur 80 bleiben.

Donnerstag, 23. April 2026, 11:29 Uhr
Theresa Kalmer
Trotz Investorenlösung muss Rofu Kinderland Filialen schließen und Stellen abbauen – mehr als drei Viertel der betroffenen Beschäftigten arbeiten in Teilzeit oder als Aushilfe. Bildquelle: Rofu

Der insolvente Spielwarenhändler Rofu Kinderland hat einen Investor gefunden – muss dafür aber 27 seiner mehr als 100 Filialen schließen und rund 330 Mitarbeitern kündigen. Das Unternehmen mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach hat nach eigenen Angaben eine Investorenvereinbarung mit der Kids & School Holding abgeschlossen, deren geschäftsführender Gesellschafter Achim Weniger ist. Die Vereinbarung sieht vor, dass 77 der Filialen fortgeführt und dort 1.035 Mitarbeiter übernommen werden. Insgesamt sollen rund 1.120 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Die übrigen 27 Standorte sollen laut der Mitteilung voraussichtlich bis Juli Räumungsverkäufe durchführen und anschließend geschlossen werden. Mehr als drei Viertel der dort betroffenen rund 330 Beschäftigten sind den Angaben zufolge Teilzeitkräfte und Aushilfen. Auch in der Zentrale in Hoppstädten-Weiersbach plant der Investor einen Stellenabbau: Von rund 360 Mitarbeitern sollen dort nur etwa 80 übernommen werden. Zudem schließt das Außenlager im rheinland-pfälzischen Rammstein mit rund 60 Beschäftigten. „Der Abbau von Arbeitsplätzen ist schmerzhaft, aber leider unvermeidbar“, erklärte Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing von der Pluta Management laut der Mitteilung. Ohne die Investorenlösung hätte der gesamte Betrieb eingestellt werden müssen.

Rofu Kinderland befindet sich seit dem 19. Januar 2026 in einem Eigenverwaltungsverfahren. Dabei bleibt das bisherige Management im Amt und wird von Sanierungsspezialisten unterstützt. Das Amtsgericht Idar-Oberstein bestellte Rechtsanwältin Annemarie Dhonau von der Kanzlei Schiebe und Collegen zur Sachwalterin. Die Investorenlösung soll über einen Insolvenzplan umgesetzt werden, über den eine Gläubigerversammlung im Sommer abstimmen soll. Stimmen die Gläubiger mehrheitlich zu, könnte Rofu Kinderland nach Angaben des Unternehmens ab August 2026 wieder eigenständig wirtschaften.

Investor will Rofu wieder profitabel machen

Investor Achim Weniger kündigte an, das Unternehmen wieder profitabel machen zu wollen. „Wir sehen großes Potenzial, das Unternehmen ROFU weiterzuentwickeln und als wichtigen stationären Marktpartner in der Spielwarenbranche dauerhaft zu positionieren“, zitierte das Unternehmen Weniger in der Mitteilung. Der Fokus liege auf effizienteren Prozessen und strategischen Partnerschaften.

Auch in der Geschäftsführung von Rofu Kinderland stehen Veränderungen an. Geschäftsführer Michael Edl ist dem Unternehmen zufolge bereits Anfang April ausgeschieden. Der zweite Geschäftsführer Michael Fuchs soll nach der geplanten Übertragung an die Investoren ebenfalls das Unternehmen verlassen. Rofu Kinderland bezeichnet sich als führenden Spielwaren- und Babyfachmarkt im Südwesten Deutschlands und betreibt seit mehr als 40 Jahren Filialen in sieben Bundesländern.

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