Die insolvente Parfümeriekette Pieper bekommt einen neuen Eigentümer. Die französische Unternehmerfamilie Konckier übernimmt den Betrieb, wie beide Seiten mitteilten. Im laufenden Insolvenzverfahren hätten sich die Beteiligten auf die wesentlichen Bedingungen der Transaktion geeinigt. Zum Kaufpreis machten sie keine Angaben.
Ziel sei es, „so viele Standorte und Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten“, heißt es in der Mitteilung. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Der Wechsel soll zum 1. Juli erfolgen und zeitnah über einen Insolvenzplan umgesetzt werden. Die bisherige Eigentümerfamilie werde sich aus der operativen Geschäftsführung zurückziehen.
„Mit der Familie Konckier gewinnt Pieper einen Partner mit mehr als 50 Jahren internationaler Erfahrung im Bereich Luxuskosmetik und Parfümerie“, zitierte die Mitteilung die Beteiligten. Der Investor bringe nicht nur finanzielle Unterstützung mit, sondern auch fundiertes Branchenwissen.
Pieper beantragte im November Insolvenz
Die Stadt-Parfümerie Pieper hatte im November beim Amtsgericht Bochum ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Im Februar kündigte das Unternehmen an, neun Standorte zu schließen. Übrig bleiben noch 113 Geschäfte.
Pieper gilt als Deutschlands größte inhabergeführte Parfümeriekette. Das Unternehmen wurde 1931 in Bochum als Seifengeschäft gegründet. Firmenchef war bislang Oliver Pieper, der Urenkel der Firmengründerin Anna Pieper. Die meisten Filialen befinden sich in Nordrhein-Westfalen, weitere gibt es in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Pieper beschäftigt nach eigenen Angaben 770 Menschen.