Nachwuchsmangel Einzelhandel findet zu wenig Auszubildende

Der Einzelhandel kann seine Ausbildungsplätze nicht besetzen. Das Problem liegt laut Handelsverband Deutschland nicht am Angebot, sondern an fehlenden Bewerbern. Weniger Schulabgänger und steigende Studienneigung verschärfen die Lage.

Donnerstag, 19. März 2026, 09:29 Uhr
Theresa Kalmer
Nachwuchssorgen im Handel: Immer mehr Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, weil passende Bewerber fehlen. Bildquelle: Getty Images

Der Einzelhandel kämpft zunehmend damit, seine Ausbildungsplätze zu besetzen. Das Problem liegt nach Angaben des Handelsverbands Deutschland nicht im Angebot an Stellen, sondern darin, passende Bewerber zu finden. Dies zeigen die kürzlich veröffentlichten Ausbildungsvertragszahlen der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das Jahr 2025.

„Es kommt immer seltener zusammen, was zusammengehört“, zitierte der Verband seinen Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in einer Mitteilung. Trotz hoher Ausbildungsbereitschaft gelinge es der Branche immer seltener, alle angebotenen Stellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Das Nachwuchsproblem sei kein branchenspezifisches Phänomen, sondern Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung: weniger Schulabgänger, eine steigende Studienneigung, veränderte Lebensentwürfe und Erwartungen.

Die Analyse der vergangenen drei Jahre zeige laut dem Verband: Während der Handel seine Ausbildungsangebote ausbaue und modernisiere, bleibe die Zahl der Bewerber hinter dem Bedarf zurück. Viele Jugendliche orientierten sich erst spät oder seien unentschlossen, andere entschieden sich gegen eine duale Ausbildung. „Unser Problem ist nicht mangelnde Attraktivität, sondern dass zu wenige junge Menschen überhaupt den Weg in eine duale Ausbildung finden“, so Genth in der Mitteilung.

Der Handelsverband fordert eine gemeinsame nationale Kraftanstrengung, um jungen Menschen den Wert beruflicher Ausbildung näherzubringen. Der Verband engagiert sich nach eigenen Angaben mit einer Branchen- und Nachwuchskampagne über ein eigenes digitales Informationsangebot und die relevanten Social-Media-Kanäle. Zudem setzt sich der Verband für bessere und umfassendere Berufsorientierung im Rahmen aller Schulformen ein und plädiert für modernere Rahmenbedingungen und eine breite gesellschaftliche Aufwertung der dualen Ausbildung.

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