Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) kann dem erzielten EU-Kompromiss zur Kennzeichnung vegetarischer Fleischalternativen positive Seiten abgewinnen, sieht aber auch Anlass zur Kritik: „Es ist gut, dass das Veggie-Schnitzel-Verbot vom Tisch ist“, sagte der Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
Kompromiss bedeutet für Branche unnötigen Mehraufwand
Rainer weiter: „Die Verbraucher sind schlau und mündig. Sie wissen längst, dass im Veggie-Schnitzel kein Fleisch ist.“ Rainer äußerte sich zugleich kritisch dazu, dass es eine ebenfalls vorgesehene Liste mit Begriffen gebe, die künftig Fleischprodukten vorbehalten sind.
„Wir hätten uns gewünscht, dass diesbezüglich gar keine Neuregelung kommt“, sagte der Minister. Der Kompromiss bedeute für die Branche unnötigen Mehraufwand.
Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten sich kürzlich darauf verständigt, dass Namen wie „Veggie-Burger“ und „Tofu-Wurst“ nicht aus den Regalen und von den Speisekarten verschwinden müssen, wie es europäische Abgeordnete im vergangenen Jahr zunächst ins Spiel gebracht hatten. EU einigt sich auf Kompromiss bei Veggie-Bezeichnungen
Rainer positioniert sich klar gegen Veggie-Burger-Verbot
Andere vegetarische Produkte sollen demnach aber künftig nicht mehr etwa als „Veggie-Hühnchen“ oder „Tofu-Rippchen“ beworben werden dürfen. Tabu sein sollen laut Vertretern des EU-Parlaments Bezeichnungen, die sich auf Tier- oder Fleischarten und einzelne Teilstücke (Cuts) beziehen: zum Beispiel Geflügel, Rindfleisch, Rippchen, Schulter, Kotelett oder Speck.
Minister Rainer hatte sich bereits im vergangenen Jahr klar gegen ein „Veggie-Burger“-Verbot ausgesprochen. Der CSU-Politiker bekräftigte nun: „Für die Unternehmen wäre der bürokratische Aufwand für die Umstellung immens gewesen. Ich habe von Anfang an gesagt, so eine Entscheidung hätte man vor zehn Jahren treffen müssen.“