Aldi Süd öffnet in Augsburg vier Parkplätze für Anwohner. Der Discounter stellt an den Standorten insgesamt 110 Stellplätze außerhalb der Geschäftszeiten zur Verfügung. Dies teilte das Münchner Technologieunternehmen Wemolo mit, das die Parkflächen digital verwaltet. Der erste Standort in der Lechhauser Straße mit 30 Plätzen ist bereits buchbar. Drei weitere Standorte in Oberhausen, Lechhausen und Göggingen folgen im Laufe des Februars.
Technologie ohne Schranken und bauliche Eingriffe
Das Modell funktioniert nach Angaben von Wemolo so: Tagsüber nutzen Kunden die Parkplätze, abends und nachts können Anwohner diese buchen. Die Freigabe erfolgt montags bis samstags von 18.30 bis 8.30 Uhr sowie sonntags ganztägig. Eine Kennzeichenerkennung kontrolliert die gebuchten Zeitfenster. Die Technologie arbeitet ohne Schranken und erfordert keine baulichen Eingriffe.
Anwohner buchen die Stellplätze über eine Web-App. Eine einzelne Nacht kostet 3 Euro, eine Woche 12 Euro, ein Monat 30 Euro. „Augsburg zeigt, wie sich der innerstädtische Parkdruck entschärfen lässt, ohne neue Flächen zu versiegeln“, sagte für Wemolo Key Account Manager Retail Sebastian Pyschik. Die Lösung liege in der intelligenten Nutzung bestehender Parkflächen.
Aldi Süd sieht Entlastung für Anwohner
Aldi Süd begründet die Öffnung der Parkplätze mit einer effizienteren Nutzung. „Das innovative Feierabendparken ermöglicht eine nachhaltige und effiziente Nutzung bestehender Parkflächen, die vor allem Anwohnerinnen und Anwohnern spürbare Entlastung bietet“, so der Director Real Estate bei Aldi Süd, Christoph Cleesattel. Das Unternehmen sehe in dem Modell eine sinnvolle Ergänzung zur Stadtmobilitätsstrategie.
Wemolo betreibt nach eigenen Angaben bereits mehr als 3.500 Parkflächen in Europa und erfasst täglich mehr als 2,5 Millionen Parkvorgänge. In Innsbruck hat das Unternehmen den Angaben zufolge 2025 gemeinsam mit einer regionalen Supermarktkette 15 Standorte für Anwohnerparken geöffnet. In Berlin arbeitet Wemolo mit Getränke Hoffmann zusammen. Zu den Kunden des Unternehmens zählen nach eigenen Angaben neben Aldi auch Edeka, Carrefour, McDonald’s und Burger King.
