Brauereikrise Schussenrieder Brauerei Ott meldet Insolvenz an

Die traditionsreiche Schussenrieder Brauerei Ott hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Das Familienunternehmen produziert jährlich rund sechs Millionen Liter Bier und beschäftigt etwa 40 Mitarbeiter. Die Pleite reiht sich in eine branchenweite Krise ein – der Bierabsatz in Deutschland fiel 2025 auf ein Rekordtief.

Dienstag, 16. Juni 2026, 13:51 Uhr
Theresa Kalmer
Sinkender Bierkonsum, steigende Kosten und zurückhaltende Verbraucher setzen viele Brauereien unter Druck. Bildquelle: Getty Images

Die Schussenrieder Brauerei Ott aus Bad Schussenried im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg hat Insolvenz angemeldet. Das Familienunternehmen beantragte die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen, wie aus einer Veröffentlichung auf dem Portal „Insolvenzbekanntmachungen“ hervorgeht. Das Amtsgericht Ravensburg bestellte den Rechtsanwalt Matthäus Rösch zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Die Brauerei gehört nach eigenen Angaben seit 120 Jahren der Familie Ott und wird mittlerweile in vierter Generation geführt. Das Unternehmen beschäftigt den Angaben zufolge rund 40 Mitarbeiter und produziert jährlich etwa sechs Millionen Liter Bier sowie rund drei Millionen Liter alkoholfreie Getränke. Zu den Absatzgebieten zählen Oberschwaben, der Bodensee, das Allgäu, die Schwäbische Alb sowie Ulm und der Großraum Stuttgart.

Die Insolvenz der oberschwäbischen Brauerei fügt sich in eine schwierige Lage der gesamten Branche ein. Der Bierabsatz in Deutschland fiel 2025 laut der Mitteilung auf ein Rekordtief – ein Minus von 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Brauereien sinkt: Nach dem Höhepunkt im Vor-Corona-Jahr 2019 gaben viele Betriebe auf. Als Ursachen gelten neben dem rückläufigen Bierkonsum auch gestiegene Rohstoff- und Energiekosten sowie eine allgemeine Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

Auch in Baden-Württemberg zeigt sich die angespannte Lage deutlich. Im Herbst rutschte die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum in die Insolvenz. Im März fand sich zwar ein Investor – allerdings verbunden mit einem deutlichen Stellenabbau. Die Zahl der Brauereien im Südwesten sank von 205 im Jahr 2023 auf aktuell 190, wie der Chef des Baden-Württembergischen Brauerbundes, Hans-Walter Janitz, mitteilte. Der Gesamtbierabsatz im Land ging demnach von rund 5,7 Millionen Hektoliter im Jahr 2023 auf etwas mehr als 4,9 Millionen Hektoliter im Jahr 2025 zurück.

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