Getränkeindustrie Mannheimer Brauerei Eichbaum beantragt Insolvenz

Die Privatbrauerei Eichbaum meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an. Mehr als 300 Beschäftigte sind betroffen. Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen seine Traditionsmarke Karamalz an Veltins verkauft.

Donnerstag, 30. Oktober 2025, 12:29 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Trotz Verkaufs der Kultmarke Karamalz: Die Finanzkrise bei Eichbaum spitzt sich zu. Was Betriebsrat und Gewerkschaft fordern - und warum die Belegschaft jetzt um Transparenz kämpft (Symbolbild). Bildquelle: Getty Images

Die Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim hat Insolvenz beantragt. Das Amtsgericht Mannheim ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an, wie aus einer Veröffentlichung im Internetportal Insolvenzbekanntmachungen hervorgeht. Von dem Schritt sind nach Angaben eines Sprechers des Betriebsrats mehr als 300 Beschäftigte betroffen.

Das Unternehmen behält während des Verfahrens die Verfügungsgewalt und bleibt damit entscheidungs- und handlungsfähig. Ein Sachwalter überwacht die Geschäftsführung. Viele Brauereien in Deutschland kämpfen mit Problemen, weil der Bierkonsum seit Jahren zurückgeht.

Erst vor wenigen Tagen hatte Eichbaum seine Traditionsmarke Karamalz samt Produktion an Veltins verkauft. Den Verkaufspreis nannte das Unternehmen nicht. Der Erlös konnte die finanzielle Lage der Brauerei offenbar nicht stabilisieren, vermutet der Sprecher des Betriebsrats. Karamalz zählt neben Vitamalz zu den größten Markenvertretern im Malztrunk-Segment.

Gewerkschaft fordert Transparenz und kämpft um Arbeitsplätze

Die Belegschaft erfuhr am Dienstag während einer Betriebsversammlung von der geplanten Insolvenz in Eigenverwaltung. Hakan Ulucay, Landeschef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, kündigte an, um den Standort und den Erhalt der Arbeitsplätze zu kämpfen. „Die Beschäftigungssicherung, die Sicherung jedes einzelnen Arbeitsplatzes muss oberste Priorität haben“, zitierte die Nachrichtenagentur dpa den Gewerkschafter. Die Gewerkschaft fordert von der Arbeitgeberseite vollständige Transparenz. Die Finanzlage des Unternehmens und mögliche Zukunftsstrategien müssten zeitnah gegenüber dem Betriebsrat und der Gewerkschaft offengelegt werden.

Im Südwesten gibt es nach Angaben vom Frühjahr weniger Brauereien. In den vergangenen drei Jahren sank die Zahl von 214 auf 203, wie der Deutsche Brauer-Bund im März unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts mitteilte. Die Branche ist in Baden-Württemberg sehr mittelständisch geprägt.

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