Der Müslihersteller Mymuesli wechselt erneut seinen Vorstandsvorsitzenden: Mitgründer Max Wittrock kehrt an die Spitze des Unternehmens zurück und löst Tom Mayer ab, der den Posten erst im Februar 2026 übernommen hatte. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in Passau mit.
Mayer hatte die Führung des Unternehmens erst vor rund fünf Monaten angetreten. Der Wirtschaftsinformatiker und Experte für datengetriebene Geschäftsmodelle war zuvor bei der Online-Apotheke Docmorris tätig gewesen. Bei Mymuesli sollte er vor allem den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorantreiben – etwa für Personalisierung, Nachfrage- und Bestandsprognosen sowie für die Steuerung von Margen und Kundenbindung. In der Mitteilung zum jetzigen Führungswechsel heißt es, Mayer habe „wichtige Impulse für die digitale Weiterentwicklung des Unternehmens sowie den Ausbau der KI-gestützten Personalisierung gesetzt“.
Wittrock hatte Mymuesli 2007 gemeinsam mit Hubertus Bessau und Philipp Kraiss gegründet und das Unternehmen nach eigenen Angaben bis Ende 2019 als Co-Vorstandsvorsitzender geführt. Mit seiner Rückkehr will er den Fokus stärker auf Markenkommunikation, Innovationskraft und die Beziehung zur Kundschaft legen. „Die Besonderheit von Mymuesli liegt darin, dass wir nah an unseren Kundinnen und Kunden sind und den Mut haben, eigene und unkonventionelle Ideen umzusetzen“, zitierte das Unternehmen Wittrock in der Mitteilung. Zudem kündigte er an, das Unternehmen wolle „vor allem wieder ins Wachstum kommen“.
Katjes-Tochter Mymuesli setzt wieder auf Gründer-DNA
Mymuesli gehört mehrheitlich zu Katjes Greenfood. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über mehr als eine Million aktive Kundinnen und Kunden und vertreibt seine Produkte in sieben europäischen Ländern. Aufsichtsratsvorsitzender Tobias Bachmüller bezeichnete die Rückkehr des Mitgründers als richtige Weichenstellung: „Mit seiner Rückkehr geben wir der Marke wieder das unternehmerische Gesicht, das unsere Kundinnen und Kunden und unser Team gleichermaßen verbindet.“
Noch im Februar hatte Bachmüller die KI-basierte Weiterentwicklung des Geschäftsmodells als „entscheidenden Hebel für die nächste Phase“ bezeichnet. Nun rücken mit Wittrocks Rückkehr Themen wie Pioniergeist und Markenkommunikation wieder stärker in den Vordergrund. Digitale Kundengewinnung und der Ausbau datengetriebener Funktionen sollen den Angaben zufolge aber weiterhin Teil der Unternehmensstrategie bleiben.