Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht Fritz-Kola mit erster kompletter Klimabilanz der Lieferkette

Der Getränkehersteller Fritz-Kola berichtet freiwillig nach dem europäischen VSME-Standard, dem neuen freiwillligen europäischen Nachaltigkeitsberichts-Standard und setzt sich wissenschaftsbasierte Klimaziele. Bis 2031 will das Hamburger Unternehmen seine direkten Emissionen um 95 Prozent senken. 

Dienstag, 16. Juni 2026, 09:29 Uhr
Theresa Kalmer
Im Glashaus statt hinter verschlossenen Türen: Fritz-Kola setzt die Botschaft seines Nachhaltigkeitsberichts auf dem Hamburger Rathausmarkt symbolisch in Szene. Bildquelle: Fritz-Kola

Der Hamburger Getränkehersteller Fritz-Kola hat seinen Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Erstmals berichtet das Unternehmen nach eigenen Angaben freiwillig nach dem europäischen VSME-Berichtsstandard für nicht-börsennotierte kleine und mittelständische Unternehmen. Auf mehr als 50 Seiten legt Fritz-Kola dar, wo das Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit steht – und wo es noch Nachholbedarf sieht.

Europäische Kommission empfiehlt VSME-Standard

Der VSME-Standard ist der neue freiwillige europäische Nachhaltigkeitsberichts-Standard, den die Europäische Kommission seit 2025 empfiehlt. Er bietet ein relativ leicht umsetzbares und modulares System.

Nach Unternehmensangaben hat Fritz-Kola 2025 erstmals die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfasst. Darauf aufbauend setze sich das Unternehmen wissenschaftsbasierte Klimaziele nach der Science Based Targets Initiative: Die Emissionen in den Kategorien Scope 1 und 2 sollen demnach bis 2031 um 95 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 sinken. Zusätzlich formuliere Fritz-Kola ein langfristiges Reduktionsziel bis 2036. Gründer und Geschäftsführer Mirco Wolf Wiegert sagte: „Unser Ziel mit diesem Bericht ist Transparenz in jeder Hinsicht, nicht nur bei Erfolgen, sondern auch bei Herausforderungen.“

Fritz-Kola verfehlt früheres Nachhaltigkeitsziel

Rund 99,9 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen entstehen laut Fritz-Kola außerhalb des eigenen Betriebs entlang der Wertschöpfungskette. Für diese Scope-3-Emissionen setzt sich das Unternehmen nun das Ziel, sie bis 2031 um 18 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig verfehlte Fritz-Kola ein früheres Nachhaltigkeitsziel. Statt den Verbrauch von Strom, Wasser und Wärme pro abgefüllter Flasche bis 2025 jeweils um 20 Prozent gegenüber 2019 zu senken, reduzierte das Unternehmen den Stromverbrauch um 6 Prozent und den Wasserverbrauch um 7 Prozent. Der Wärmeverbrauch stieg dagegen um 46 Prozent.

Für den Lebensmittelhandel dürfte vor allem die Verpackungsstrategie des Unternehmens relevant sein. Fritz-Kola hat den eigenen Angaben zufolge 2025 erstmals eine Aluminiumdose als Pilotprojekt auf den Markt gebracht. Das Unternehmen betonte, die Dose sei ausdrücklich eine Ergänzung zum Glasmehrwegsystem – für Situationen, in denen Mehrwegflaschen an ihre Grenzen stoßen. Zudem verwies Fritz-Kola auf eine eigene Portionsgrößenstudie, der zufolge Haushalte, die kleine Flaschen bis 0,5 Liter kaufen, insgesamt weniger konsumieren als Haushalte mit größeren Gebinden. Mit einer jährlichen Pfandstudie und der Forderung nach einer Pfanderhöhung drängt das Unternehmen nach eigener Darstellung auf eine Reform des Glasmehrwegsystems.

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