Weniger Emissionen Ferrero meldet Fortschritte beim Klimaschutz

Der italienische Süßwarenriese Ferrero hat seine Treibhausgasemissionen im vergangenen Jahr um 7,2 Prozent reduziert. Zwei Dutzend Werke laufen bereits vollständig mit erneuerbarem Strom. Bei Kakao erreicht der Nutella-Hersteller eine Rückverfolgbarkeit bis zur Farm von 98 Prozent.

Mittwoch, 01. Juli 2026, 13:42 Uhr
Manuel Glasfort
Ferrero weltweit einer der größten Süßwarenkonzerne. Mit Marken wie Nutella und Kinder hat er ein starkes Portfolio. Bildquelle: Ferrero

Der Süßwarenhersteller Ferrero hat die Treibhausgasemissionen in den Bereichen Scope 1 und 2 nach eigenen Angaben um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr reduziert. Dies geht aus dem 17. Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2024/25 hervor. Die Reduktion wurde den Angaben zufolge durch fortgesetzte Maßnahmen zur Energiewende unterstützt, darunter 24 Werke, die zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom betrieben werden.

Im Klimaschutz unterscheidet man drei sogenannte Scopes. Sie helfen dabei, Emissionen systematisch zuzuordnen – also wer sie verursacht und wo sie entstehen. Scope 1 sind Emissionen, die ein Unternehmen selbst verursacht, beispielsweise über erdgasbetriebene Heizkessel. Scope 2 meint indirekte Emissionen aus Energie, die das Unternehmen nutzt. Dazu zählt zum Beispiel Strom, der aus dem öffentlichen Netz bezogen wird oder Fernwärme. Scope 3 ist der umfangreichste und oft wichtigste Bereich, da hier die gesamte Wertschöpfungskette abgebildet wird. Dazu zählt etwa die Herstellung eingekaufter Rohstoffe, aber auch Transport vor und nach dem Unternehmen.

Ferrero startete laut Nachhaltigkeitsbericht eine Scope-3-Lieferantendatenkampagne mit einer Abdeckung von rund 60 Prozent der Rohstoffvolumina und einer Rücklaufquote von rund 93 Prozent. Der Nutella-Hersteller entwickelt nach eigenen Angaben seinen Climate Transition Plan weiter, unterstützt durch die Einführung des „Decarbonization Hub“. Das neue Tool unterstützt die Produktionsstandorte dabei, skalierbare Dekarbonisierungs-Roadmaps für ihre Betriebsabläufe zu entwickeln und umzusetzen. Zudem schloss Ferrero die erste unternehmensweite Bewertung des „Water Corporate Footprint“ ab und trat der Alliance for Water Stewardship bei.

Der Bericht erscheint im Jahr des 80-jährigen Jubiläums von Ferrero und stellt den Ansatz „Ferrero Farming Values“ für die Beschaffung von Rohstoffen in den Mittelpunkt der Strategie. Das Rahmenwerk basiert den Angaben zufolge auf fünf zentralen Elementen: Sorgfaltspflichten der Lieferanten, Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Lieferkette, Zertifizierungen und Standards, landwirtschaftliche Praktiken und Gemeinden sowie der Sektorentransformation. „Ferrero Farming Values übersetzt unseren Nachhaltigkeitsansatz in konkrete Maßnahmen für die Beschaffung unserer Schlüssel-Rohstoffe“, zitierte das Unternehmen den Vorstandschef Lapo Civiletti.

Ferrero verfolgt Rohstoffe bis zur Plantage

Bei der Beschaffung von Rohstoffen erreichte Ferrero nach eigenen Angaben hohe Rückverfolgbarkeitsraten: Kakao 98 Prozent bis zur Farm, Palmöl 98,6 Prozent bis zur Plantage, Haselnüsse 97 Prozent bis zum Landwirt und Kaffee 100 Prozent bis zur Plantage. Nahezu 230.000 Lieferketten-Polygone von Kaffee-, Palmöl- und Kakaolieferanten wurden im Rahmen des an den Anforderungen der EU-Entwaldungsverordnung ausgerichteten Monitoringprozesses analysiert. 99 Prozent der Kakaomengen wurden über Zertifizierungen oder andere unabhängig verwaltete Standards beschafft.

Bei den Verpackungen wurden nach Unternehmensangaben 92,9 Prozent für Recyclingfähigkeit, Wiederverwendbarkeit oder Kompostierbarkeit konzipiert. 86,8 Prozent sind in der Praxis und in großem Maßstab recyclebar, wiederverwendbar oder kompostierbar. Ferrero entwickelte zudem wissenschaftsbasierte Ernährungskriterien zur Steuerung von Produktinnovationen.