Rechtsformwechsel Lemonaid wird zur Aktiengesellschaft – und will den Kapitalmarkt anders nutzen

Der Hamburger Limonadenhersteller Lemonaid wandelt sich in eine Aktiengesellschaft um und öffnet sich damit für den Kapitalmarkt. Gründer Paul Bethke (Foto, rechts) betont, es gehe nicht um persönliche Bereicherung, sondern um Umverteilung. Den Aufsichtsrat besetzt das Unternehmen bewusst mit Persönlichkeiten aus Kultur, Sport und Gesellschaft statt mit Wirtschaftsvertretern.

Dienstag, 19. Mai 2026, 14:54 Uhr
Manuel Glasfort
Die Aufsichtsratsmitglieder von Lemonaid (von links nach rechts): Markus Beckmann, Christoph Korittke, Aileen Puhlmann und Jackson Irvine zusammen mit dem Gründer und Vorstand Paul Bethke. Bildquelle: Lemonaid

Der Hamburger Getränkehersteller Lemonaid wandelt sich von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft um. Das Unternehmen, das mit seinen Marken Lemonaid und Charitea fair gehandelte Bio-Limonaden und -Tees vertreibt, will mit dem Rechtsformwechsel nach eigenen Angaben den Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen. Gründer Paul Bethke führt das Unternehmen künftig als Vorstand.

„Wir werden nicht zur AG, um reich zu werden, sondern um reichlich umzuverteilen“, zitierte das Unternehmen Bethke in einer Mitteilung. Lemonaid denke über alternative Konzepte zur Kapitalmarktnutzung nach, die sich vom klassischen profitgetriebenen Ansatz unterscheiden sollen. Details dazu nannte das Unternehmen nicht.

Den Aufsichtsrat besetzt Lemonaid den Angaben zufolge bewusst nicht mit Vertretern aus der Wirtschaft, sondern mit Persönlichkeiten aus Kultur, Sport und Gesellschaft. Dem Gremium gehören der Profifußballer Jackson Irvine, die Aktivistin Aileen Puhlmann, der Nachhaltigkeitsforscher Markus Beckmann sowie der Unternehmer Christoph Korittke an.

Lemonaid wurde 2009 in Hamburg St. Pauli gegründet und versteht sich als sogenanntes Social Business. Das Unternehmen zahlt nach eigener Darstellung pro verkaufter Flasche einen festen Betrag an den gemeinnützigen Verein Lemonaid und Charitea, der damit soziale Projekte in benachteiligten Regionen finanziert. Laut der Mitteilung flossen bisher mehr als 13 Millionen Euro in 93 Projekte in sieben Ländern.

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