Verpackungsindustrie Spanischer Konzern Saica übernimmt Wellpappenhersteller Thimm

Die Inhaberfamilie des niedersächsischen Wellpappenherstellers Thimm verkauft das Unternehmen an den spanischen Verpackungskonzern Saica. Der Käufer ist mit vier Milliarden Euro Umsatz fast achtmal so groß wie Thimm. Beide Firmen kooperieren bereits seit den 1990er Jahren.

Mittwoch, 13. Mai 2026, 10:19 Uhr
Manuel Glasfort
Hier wird bald umgeflaggt: Der Wellpappenhersteller Thimm soll zukünftig zum spanischen Konzern Saica gehören. Bildquelle: Thimm

Die Inhaberfamilie des Wellpappenherstellers Thimm verkauft das Unternehmen an den spanischen Papier- und Verpackungskonzern Saica. Das teilten beide Unternehmen am 12. Mai gemeinsam mit. Die Familie Thimm scheidet im Zuge der Übernahme vollständig aus dem Unternehmen aus. Der Kaufpreis bleibt geheim, die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

Thimm mit Sitz im niedersächsischen Northeim stellt Verpackungen und Displaylösungen aus Wellpappe her. Das 1949 gegründete Familienunternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 2.500 Mitarbeiter an elf Standorten in Deutschland, Frankreich, Polen, Rumänien und Tschechien und erzielte 2024 einen Jahresumsatz von rund 539 Millionen Euro. Die Käuferin Saica mit Hauptsitz in Saragossa ist deutlich größer: Das 1943 gegründete spanische Familienunternehmen erwirtschaftete den Angaben zufolge 2025 mit mehr als 12.000 Beschäftigten einen Umsatz von knapp vier Milliarden Euro und betreibt 112 Standorte in Westeuropa, Polen und den USA.

Verwaltungsratsvorsitzender Mathias Schliep begründete den Verkauf mit der Marktlage. „In einem hart umkämpften Markt werden künftig nur wenige große Player Marktanteile gewinnen“, zitierte ihn das Unternehmen in der Mitteilung. Thimm habe zwei Jahre lang das Geschäft konsolidiert und sich dann intensiv mit der langfristigen Aufstellung befasst. „Für die Familien ist dieser Schritt nicht einfach“, räumte Schliep ein. Die Finanzkraft von Saica ermögliche es jedoch, das nach seinen Worten „stark zyklische Geschäft“ sicher zu finanzieren.

Beide Unternehmen arbeiten laut der Mitteilung bereits seit Ende der 1990er Jahre in einer Vertriebsallianz zusammen und betreiben ein gemeinsames Joint Venture in Polen. Saica kündigte an, die Thimm-Standorte in den bestehenden Strukturen weiterzuführen. Saica-Chefin Susana Alejandro erklärte, Thimm bringe „ausgeprägte regionale Stärken“ in Märkte ein, in denen Saica bislang nicht vertreten gewesen sei. Für den Verpackungshersteller aus Spanien bedeutet die Übernahme vor allem einen Zugang zu Deutschland und Osteuropa.

Neue Produkte

Im Heft