Warnstreiks haben die Produktion bei der Sektkellerei Rotkäppchen in Freyburg und beim Getränkehersteller MEG in Jessen lahmgelegt. Dies teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. „Seit 4.00 Uhr wird nichts mehr produziert“, sagte NGG-Sekretärin Romy Grahnert über den Arbeitskampf bei Rotkäppchen. Auch bei MEG in Jessen stehe die Produktion still. Die Mitarbeiter der Logistik und Instandhaltung beteiligten sich komplett an dem Streik.
Hintergrund sind Tarifverhandlungen für gut 3.000 Beschäftigte in 15 Betrieben der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt. Die Gewerkschaft fordert einen Plan für die Angleichung der Löhne und Gehälter zwischen Ost und West. Die monatlichen Lohnunterschiede betrügen je nach Tarifgruppe noch bis zu über 1.000 Euro, so die Gewerkschaft. Der Arbeitgeberverband weigere sich bisher, verbindlich über konkrete Zahlen zur Angleichung zu sprechen.
Am 18. Mai beginnt die vierte Verhandlungsrunde. „Schluss mit Unterschieden Ost-West und Beschäftigte 2. Klasse“, zitierte die Gewerkschaft aus ihrer Mitteilung. Weit über 600 Streikstunden seien bisher zu verzeichnen. Die Unternehmen und der Arbeitgeberverband müssten die Beschäftigten endlich ernst nehmen und am kommenden Montag konkrete und verbindliche Zahlen für eine Angleichung der Entgelte vorlegen.
Sollte es am 18. Mai keine Lösung geben, plant die Gewerkschaft am 21. Mai einen landesweiten Streiktag aller betroffenen Betriebe und eine zentrale Streikkundgebung vor dem Landtag in Magdeburg. „Sonst droht eine Streikwelle, die es bisher in der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt noch nicht gegeben hat“, sagte NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig. Dort wird in den Ausschüssen ein Antrag zur Lohnangleichung beraten.