Die anhaltend schwache Konsumstimmung in Deutschland hat das Geschäft von Diageo Deutschland im Geschäftsjahr 2024/25 deutlich belastet. Der Spirituosenanbieter mit Marken wie Johnnie Walker, Baileys, Captain Morgan, Tanqueray und Gordon’s verzeichnete sowohl beim Absatz als auch beim Umsatz spürbare Rückgänge. Gleichzeitig blieb das Unternehmen profitabel und setzt weiterhin auf das Premiumsegment als zentralen Wachstumstreiber.
Der Nettoumsatz sank im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 242,0 Mio. Euro nach 296,5 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Minus von rund 18 Prozent. Die Bruttoumsätze vor Erlösschmälerungen gingen sogar von 949,9 Mio. Euro auf 763,1 Mio. Euro zurück. Als Hauptursache nennt das Unternehmen die schwache Nachfrage im deutschen Spirituosenmarkt sowie die rückläufige Konsumbereitschaft der Verbraucher.
Whisky und Gin schwächeln beim Absatz besonders stark
Auch beim Absatz musste Diageo Deutschland Einbußen hinnehmen. Das Verkaufsvolumen verringerte sich von 4,44 Mio. auf 3,53 Mio. sogenannte 9L Cases – ein Rückgang um rund 21 Prozent. Besonders betroffen waren margenstarke Kategorien wie Whisky und Gin. Laut Lagebericht sank der Absatz bei Whisky um 33 Prozent, bei Gin um 28 Prozent.
Trotz des rückläufigen Geschäftsverlaufs erwirtschaftete die deutsche Gesellschaft weiterhin einen Jahresüberschuss. Dieser belief sich auf 14,0 Mio. Euro nach 18,3 Mio. Euro im Vorjahr. Der Gewinnrückgang resultierte laut Unternehmen vor allem aus dem geringeren Verkaufsvolumen und niedrigeren sonstigen betrieblichen Erträgen. Gleichzeitig profitierte Diageo von gesunkenen Materialkosten sowie niedrigeren Vertriebs- und Logistikaufwendungen.
Vertriebsschwerpunkt bleibt der Lebensmitteleinzelhandel
Die wichtigsten Umsatzträger blieben die Kernmarken Johnnie Walker, Baileys und Captain Morgan. Insgesamt entfielen knapp 60 Prozent der Bruttoumsätze auf sechs Hauptmarken. Der Vertriebsschwerpunkt lag weiterhin klar im Off-Trade-Geschäft mit dem Lebensmitteleinzelhandel und anderen Handelsformaten.
Strategisch setzt Diageo Deutschland weiterhin auf Premiumisierung. Das Unternehmen sieht trotz rückläufiger Volumina stabile Chancen im höherpreisigen Segment, während günstigere Kategorien wie Rum, Gin und Vodka unter Druck bleiben dürften. Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet die Geschäftsführung ein Umsatzwachstum von rund zwei Prozent. Geplante Innovationen sowie Impulse durch saisonale Aktionen und die Fußball-Weltmeisterschaft sollen die Entwicklung unterstützen. Beim Absatz rechnet das Unternehmen allerdings weiterhin mit einem leichten Rückgang von etwa einem Prozent.