Agrar-Start-up vGreens sammelt zwei Millionen Euro für KI-gesteuerten Pflanzenanbau ein

Das Essener Start-up vGreens will mit Sensoren und künstlicher Intelligenz den Anbau von Obst und Gemüse in Gewächshäusern optimieren. Noch 2026 soll die Technologie auf 200 Hektar Fläche in Deutschland und im Mittleren Osten zum Einsatz kommen.

Dienstag, 05. Mai 2026, 11:46 Uhr
Theresa Kalmer
Aktuell fokussiert sich vGreens auf den Erdbeeranbau – künftig soll die Technologie auf weitere Obst- und Gemüsekulturen ausgeweitet werden. Bildquelle: VSSE e.V./Christoph Göckel

Das Essener Technologieunternehmen vGreens hat eine Finanzierungsrunde über rund zwei Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem Kapital will das 2022 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben seine Kombination aus Sensorik und KI-Software für den geschlossenen Pflanzenanbau international ausrollen.

Auch Ex-Aldi-Süd-Chef investiert

An der Finanzierung beteiligen sich nach Angaben des Unternehmens mehrere strategische Partner: der Obst- und Gemüsegroßhändler Frutania, der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr, die Investmentgesellschaft Christ Capital sowie der Dortmunder Venture-Capital-Fonds Vornvc. Zu den bestehenden Investoren zählen den Angaben zufolge unter anderem der frühere Aldi-Süd-Chef Ulrich Wolters und Klöckner-Chef Guido Kerkhoff.

Bisher Konzentration auf Anbau von Erdbeeren

Die Technologie von vGreens soll erreichen, dass in Folientunneln und Gewächshäusern der Stoffwechsel von Pflanzen in Echtzeit erfasst wird. Daraus lassen sich Steuerungsentscheidungen für Klima, Bewässerung und Ernteplanung ableiten. Bislang konzentrierte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben auf den Anbau von Erdbeeren, will die Technologie nun aber auf weitere Obst- und Gemüsesorten ausweiten. Unter anderem arbeite vGreens an einer Methode für Ernteprognosen. Diese soll die Vorhersagen über das Wachstumsverhalten von Erdbeeren bis zu 100 Tage im Voraus ermöglichen. 

Frutania und Dürr wollen Technologie international einsetzen

Für den Lebensmittelhandel könnte die Technologie relevant werden, weil sie eine bessere Planbarkeit von Erntemengen und -zeitpunkten verspricht. Frutania-Gründer Markus Schneider erklärte: „Frutania ergänzt diesen Ansatz mit umfassender Expertise entlang nationaler und internationaler Wertschöpfungsketten und ermöglicht so, die Produktion im In- und Ausland gezielt zu steuern, zu stärken und nachhaltig weiterzuentwickeln.“

Auch die Golfregion steht im Fokus: Michael Broese von Dürr Systems Arabia verwies auf die Bedeutung des Themas Ernährungssicherheit in der Region und sagte: „Wir beteiligen uns gezielt an innovativen Start-ups, die unsere technologische Expertise nutzen und sinnvoll ergänzen. Mit vGreens investieren wir in eine vielversprechende Geschäftsidee, die einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung leisten kann. Insbesondere im Nahen Osten werden aufgrund von Wüstenklima und Wasserknappheit nach Lösungen für die Lebensmittelproduktion gesucht.“

Eigene Forschungsfarm in Essen

Noch in diesem Jahr will vGreens nach eigenen Angaben seine Technologie auf insgesamt 200 Hektar landwirtschaftlicher Fläche einsetzen – vor allem in Deutschland und im Mittleren Osten, unter anderem in Abu Dhabi. Das Unternehmen betreibt in Essen eine eigene Forschungsfarm für Erdbeeren und rollt seine Lösung derzeit in Pilotphasen in der deutschen Landwirtschaft aus.

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