Die Drogeriekette dm testet in ausgewählten Filialen die Verarbeitung von zweidimensionalen Codes wie QR-Codes im Kassiervorgang. Das Unternehmen arbeitet dabei unter dem Dach der internationalen Organisation GS1 an gemeinsamen Standards für eine künftige Nutzung dieser Technologie, wie dm und GS1 mitteilten. Über einen möglichen nationalen Rollout will dm erst entscheiden, wenn die Standards mit den Industriepartnern im Kassiervorgang umgesetzt und verlässlich geprüft sind. GS1 setzt Standards im Bereich Strichcodes.
Aktuell können im deutschen Einzelhandel lediglich aus linearen Strichcodes wie dem EAN-13 die Artikelnummern für den Kassiervorgang ausgelesen werden. Die neuen 2D-Codes können mit nur einem Scan wesentlich mehr Informationen liefern – etwa zu Haltbarkeit, Chargen oder digitalen Produktinformationen. „Wir arbeiten eng mit Handel, Industrie und der GS1 Community zusammen, um relevante Use Cases klar zu definieren und Lösungen zu entwickeln, die den komplexen Anforderungen aller Beteiligten gerecht werden“, sagte dm-Geschäftsführer Roman Melcher. Wie sich die neuen 2D-Standards optimal entlang der gesamten Lieferkette umsetzen lassen, sei derzeit allerdings noch offen.
Beiersdorf gehört mit den Deos der Marke 8x4 zu den ersten Industriepartnern, deren Produkte bereits mit der neuen Barcodegeneration bei dm verfügbar sind. Der Konsumgüterhersteller bietet für die Marke 8x4 QR-Codes mit dem Standard GS1 Digital Link auf den Produkten bereits seit vergangenem Jahr im Handel an. Kunden erhalten per Smartphone direkten Zugang zu markenspezifischen Details, während der Code zugleich für den Kassiervorgang nutzbar bleibt. Beiersdorf will die Einführung der neuen Barcodegeneration im Laufe des Jahres bei weiteren Marken fortsetzen.
dm rüstet Kassen mit neuer Scanner-Technologie aus
Um die eigenen Kassen fit für die neue Barcodegeneration zu machen, setzt dm Scanner mit Imager-Technologie ein. Sie nehmen Barcodes wie eine Digitalkamera auf. Die integrierte Software erkennt die typischen Markierungen des QR-Codes, analysiert die Anordnung der Pixel und wandelt diese in digitale Informationen um. „Mit den Test zur Umstellung unserer Kassensysteme bereiten wir uns frühzeitig auf den Generationenwechsel bei den Barcodes vor“, sagte Melcher laut der Mitteilung.
Die Konsumgüterindustrie arbeitet unter dem Dach von GS1 Germany an der sogenannten 2D Migration, also dem Übergang von Strichcodes zu leistungsfähigeren 2D-Codes. Damit Markenhersteller künftig nicht mehrere Barcodes auf den Verpackungen aufbringen müssen, sollen die 2D-Codes mit einem neuen Standard ausgerüstet werden, dem GS1 Digital Link. Er funktioniert wie eine Art Weiche, die je nach Ort, Zeit, Gerät und anderen Bedingungen für den Scan zu unterschiedlichen Informationen routet – wie zum Beispiel zum Preis an der Kasse.