Langfristiger Trend Kakaovermahlung in Deutschland und Europa sinkt weiter

Die deutschen Kakaoverarbeiter haben im ersten Quartal 2026 fast 7 Prozent weniger Kakao vermahlen als im Vorjahr. Auch europaweit beschleunigt sich der Rückgang. Die Vermahlungsmengen liegen inzwischen auf dem Niveau des Pandemiejahres 2020.

Donnerstag, 16. April 2026, 10:03 Uhr
Theresa Kalmer
Teure Kakaobohnen: Die Vermahlungsmengen geben weiter nach – in Deutschland wie in Europa. Bildquelle: European Cocoa Association

Die Kakaovermahlung in Deutschland ist im ersten Quartal 2026 erneut gesunken. Die zehn meldenden Unternehmen, die hierzulande Kakao direkt aus der Bohne verarbeiten, vermahlten von Januar bis März insgesamt rund 90.852 Tonnen Kakao. Das entspricht einem Rückgang von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) mitteilte.

Damit setzt sich ein Trend fort, der die Branche bereits seit Längerem belastet. Auch auf europäischer Ebene gingen die Vermahlungsmengen zurück. Laut den am selben Tag veröffentlichten Zahlen der Europäischen Kakaoorganisation (ECA) lag die europäische Kakaovermahlung im ersten Quartal 2026 bei rund 325.895 Tonnen. Das sind 7,8 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, in dem noch rund 353.522 Tonnen vermahlen worden waren.

Der Rückgang in Europa hat sich damit im Vergleich zu den Vorquartalen noch einmal beschleunigt. Bereits im gesamten Jahr 2025 war die europäische Vermahlung rückläufig gewesen: Die ECA-Zahlen weisen für 2025 eine Gesamtmenge von rund 1,33 Millionen Tonnen aus – ein Minus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2024 hatte der Rückgang gegenüber 2023 noch bei 1,5 Prozent gelegen. Den Daten der ECA zufolge lag die europäische Kakaovermahlung zuletzt im Jahr 2020 auf einem ähnlich niedrigen Niveau, als pandemiebedingt nur rund 1,37 Millionen Tonnen verarbeitet wurden.

An der ECA-Erhebung für das erste Quartal 2026 beteiligten sich den Angaben zufolge 19 Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern. Zu den meldenden Verarbeitern zählen unter anderem der Schweizer Konzern Barry Callebaut, Cargill, Ferrero, Mondelez, Nestlé sowie mehrere mittelständische Hersteller wie August Storck, Ludwig Weinrich und Meybona. Die nächste Aktualisierung der europäischen Vermahlungszahlen ist laut ECA für Juli 2026 vorgesehen.

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