Die Mitgliedsunternehmen des Industrieverbandes Papier- und Folienverpackungen (IPV) blicken auf ein wirtschaftlich durchwachsenes Jahr 2025 zurück. Das zeigt eine aktuelle Branchenumfrage des Verbandes. Vier von zehn Unternehmen verzeichneten einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. 20 Prozent der Unternehmen meldeten ein moderates Umsatzplus von unter 2 Prozent, 30 Prozent ein stärkeres Umsatzwachstum. Gleichzeitig blieb die Ertragslage bei vielen Betrieben stabil: Die Hälfte der befragten Unternehmen erzielte eine Rendite von mehr als 2 Prozent.
Für das laufende Jahr planen viele Unternehmen vorsichtiger. Die Hälfte der Befragten rechnet mit sinkenden Investitionen, während 40 Prozent höhere Investitionen planen. Beim Blick auf die Geschäftserwartungen für 2026 zeigt sich ein gedämpftes Bild: 40 Prozent der Unternehmen erwarten eine schlechtere Geschäftsentwicklung als im Vorjahr, weitere 40 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Lage aus. Lediglich 20 Prozent rechnen mit einer Verbesserung.
Als große Risiken nennen die Unternehmen eine schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung, hohen Wettbewerbs- und Preisdruck sowie steigende Energie- und Standortkosten. Zudem sehen 70 Prozent der Befragten weltpolitische Entwicklungen wie Handelskonflikte oder Zölle als mögliche Belastung für die Branche. Rund 44 Prozent der Befragten erwarten weitere Kostensteigerungen durch Bürokratie, steigende Personalkosten, Logistik sowie Steuern und Abgaben. „Vor allem die europäische Regulierungsflut, wie die EU-Verpackungsverordnung oder die EU-Entwaldungsverordnung, werden von unseren Unternehmen weiter kritisch gesehen“, zitierte der Verband seinen Geschäftsführer Karsten Hunger in der Mitteilung.
Unternehmen klagen weniger über Personalmangel
Bei der Beschäftigung zeigt sich ein gemischtes Bild: 40 Prozent der Unternehmen meldeten einen Rückgang der Mitarbeiterzahl, während jeweils 30 Prozent eine stabile Beschäftigtenzahl beziehungsweise einen Personalaufbau verzeichneten. Für 2026 rechnen 22 Prozent der Befragten damit, dass sie ihr Personal wahrscheinlich reduzieren werden. Der Fachkräftemangel hat sich gegenüber dem Vorjahr etwas entspannt: Nur noch 20 Prozent der Unternehmen berichten aktuell von Engpässen. Dennoch bleibt die Nachwuchsgewinnung eine Herausforderung, wie der Verband mitteilte. Lediglich die Hälfte der befragten Unternehmen konnte alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen.
Eine deutliche Mehrheit von fast 90 Prozent der Befragten sieht ihre Erwartungen an die aktuelle Bundesregierung bislang mehr als enttäuscht, wie aus der Umfrage hervorgeht. „Der entscheidende Faktor für Investitionsentscheidungen sind stabile politische Rahmenbedingungen“, zitierte der Verband seinen Vorstandssprecher Jens Vonderheid. Alle befragten Unternehmer betonten den Angaben zufolge, dass verlässliche, langfristige gesetzliche Rahmenbedingungen viel wichtiger seien als spontan beschlossene Förderprogramme.