Emissionen sinken kaum Deutschland hält Klimaziele nur knapp ein

Der Ausstoß klimaschädlicher Emissionen sank 2025 um nur 0,1 Prozent. Verkehr und Gebäude verfehlten ihre Ziele erneut. Die Industrie profitierte von der schwachen Konjunktur.

Montag, 16. März 2026, 08:47 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Erstmals in der Amtszeit der neuen Bundesregierung wird eine Klimabilanz vorgelegt. Die Botschaft des Umweltbundesamts: Der Klimaschutz brauche neuen Schub. Bildquelle: Getty Images

Deutschland hat im vergangenen Jahr seine Klimaziele eingehalten, allerdings nur knapp. Der Ausstoß an Treibhausgasen sank 2025 um 0,1 Prozent gegenüber 2024, wie das Umweltbundesamt mitteilte. Die gesamten Emissionen lagen bei 648,9 Millionen Tonnen sogenannter CO₂-Äquivalente. Damit unterschritt Deutschland die nach dem Klimaschutzgesetz zulässige Gesamtmenge um rund 12,8 Millionen Tonnen.

Bundesumweltminister Carsten Schneider mahnte mehr Anstrengungen beim Klimaschutz an. Die Fortschritte bei der Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes seien zu gering, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen habe sich verlangsamt, teilte das Umweltbundesamt mit. Seit 1990 hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen um 48 Prozent reduziert. Das gesetzliche Ziel, den Ausstoß bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken, bleibe nach der aktuellen Projektion erreichbar. Dafür brauche es allerdings zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen, heißt es im Bericht des Umweltbundesamts.

In den einzelnen Sektoren ergibt sich ein gemischtes Bild. In der Industrie sanken 2025 die Emissionen aufgrund der schwachen Konjunktur. Das Umweltbundesamt nannte als wesentlichen Grund geringere Produktionsmengen in energieintensiven Branchen und den sinkenden Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Nahezu unverändert blieben die Emissionen in der Energiewirtschaft und der Landwirtschaft.

Umweltbundesamt sieht Handlungsbedarf bei Verkehr und Gebäuden

Großen Handlungsbedarf sieht das Umweltbundesamt im Verkehr und bei Gebäuden. In beiden Sektoren stiegen die Emissionen sogar, Klimaziele wurden erneut verfehlt. Trotz eines stetig wachsenden Bestands an Elektroautos sei 2025 der Absatz fossiler Kraftstoffe verglichen mit dem Vorjahr gestiegen, teilte das Amt mit. Im Gebäudesektor sei die Steigerung der Emissionen vor allem auf die kühlere Witterung in der Heizperiode zurückzuführen. Das Tempo beim Umstieg auf klimafreundliche Energien sei noch zu niedrig.

Union und SPD wollen das von der Ampel vorangetriebene Gebäudeenergiegesetz grundlegend reformieren. Zentrale Vorgaben des sogenannten Heizungsgesetzes sollen gekippt werden. Eckpunkte für eine Reform sehen vor, dass der Einbau von Gas- und Ölheizungen weiter möglich sein soll, wenn ab 2029 anteilig klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden. Umweltverbände warnen vor Rückschritten beim Klimaschutz. In einer Studie des Öko-Instituts hieß es, die geplanten Änderungen führten zu deutlich höheren Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor.

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