Spirituosenindustrie Jägermeister wächst gegen den globalen Trend

Der Durst auf Hochprozentiges nimmt in vielen Teilen der Welt ab, doch Jägermeister hat den Absatz seiner Kernmarke zuletzt um 7,7 Prozent gesteigert. Die neue Variante Jägermeister Orange erreichte mehr als fünf Millionen verkaufte Flaschen.

Dienstag, 03. März 2026, 15:40 Uhr
Manuel Glasfort
Gefragte grüne Flaschen: Jägermeister hat von seinem Kernprodukt im vergangenen Jahr deutlich mehr absetzen können als im Vorjahr. Bildquelle: Mast-Jägermeister

Der Spirituosenhersteller Mast-Jägermeister steigerte den Absatz seiner Kernmarke Jägermeister im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent auf 117,6 Millionen Flaschen. Dies teilte das Unternehmen mit. Der Gesamtumsatz stieg auf 882 Millionen Euro. Die Marke ist in mehr als 150 Ländern vertreten, 85 Prozent des Absatzes entfallen auf das Ausland.

Jägermeister Orange besonders erfolgreich

Das Wachstum gelang nach Angaben des Unternehmens trotz weltweit rückläufiger Spirituosenmärkte. „In einem Jahr, in dem nahezu alle global bedeutenden Spirituosenmärkte Rückgänge verzeichnen, haben wir unsere Position spürbar ausgebaut“, so Vorstandschef Michael Volke. Die lokalen Abverkäufe hätten weltweit ein Rekordniveau erreicht.

Zum Wachstum trug den Angaben zufolge auch die neue Variante Jägermeister Orange bei. Das Produkt erreichte mehr als fünf Millionen verkaufte Flaschen. Der Launch zähle in Märkten wie Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik zu den erfolgreichsten Spirituoseneinführungen des vergangenen Jahrzehnts, äußerte das Unternehmen. Die Variante bedient den Trend zu hellen, fruchtigen und mixbaren Spirituosen. Das Unternehmen will die internationale Einführung nun ausweiten.

Edel-Tequila Teremana verliert im US-Markt an Boden

Die Premium-Tequila-Marke Teremana, deren globaler Vertriebspartner Mast-Jägermeister ist, startete 2025 in mehr als 20 weiteren Märkten. Im wichtigen US-Markt sank der Absatz jedoch von 14,8 Millionen auf 13,3 Millionen Flaschen. Das Unternehmen begründete dies mit dem rückläufigen Markt und dem Lagerbestandsabbau. Die Marke Gin Sul, die seit 2018 zum Portfolio gehört, setzte nach Angaben des Unternehmens mit Sondereditionen wie Lima Limao und Jardim do Paradiso neue Akzente in einem schwachen Marktumfeld.

Volke: Moderates Wachstum ist möglich

Das Unternehmen mit Sitz in Wolfenbüttel investiert mehr als 17 Millionen Euro in den Bau eines neuen Fasslagers am Standort Kamenz. Das Lager soll nach eigenen Angaben CO₂-neutral sein und moderne sowie umweltfreundliche Technologien nutzen.

Für das laufende Jahr 2026 zeigt sich Volke vorsichtig optimistisch: „Auch 2026 erwarten wir keinen Rückenwind aus den internationalen Märkten. Dennoch stimmt uns die starke Performance unserer Marken sowie der klare Fokus auf Konsumenten, Innovation und operative Exzellenz zuversichtlich. Ein moderates Wachstum ist möglich.“

Neue Produkte