Konsumgüterkonzern Beiersdorf rechnet mit einem schwierigen 2026

Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2025 erwartet der Hamburger Hautpflegekonzern Beiersdorf auch im laufenden Jahr kaum Besserung. Der Vorstandsvorsitzende des Nivea-Konzerns, Vincent Warnery, begründete die Entwicklung im vergangenen Jahr damit, dass sich der weltweite Hautpflegemarkt deutlich abgeschwächt habe. 

Dienstag, 03. März 2026, 13:09 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Schwächelnde Kernmarke: Die Marke entwickelte sich mit einem Umsatzplus um 0,9 Prozent unterdurchschnittlich. Bildquelle: Getty Images

Für den Hamburger Hautpflegekonzern Beiersdorf war das Geschäftsjahr 2025 schwierig. Und auch das laufende Jahr wird wohl kaum besser. Der Vorstandsvorsitzende des Nivea-Konzerns, Vincent Warnery, begründete die Entwicklung im vergangenen Jahr damit, dass sich der weltweite Hautpflegemarkt deutlich abgeschwächt habe. Der Markt sei nur um rund 1,5 bis 2 Prozent gewachsen, sagte Warnery.

Indie-Marken setzen Beiersdorf unter Druck

2024 habe das Wachstum noch im mittleren einstelligen Bereich gelegen. Verbraucher agierten aufgrund von Spannungen und Konflikten sparsamer. 

Im Geschäftsbericht wird zudem darauf verwiesen, dass lokale und sogenannte Indie-Marken große Hersteller wie Beiersdorf unter Druck gesetzt haben. «Indie-Marken» werden beispielsweise von unabhängigen, gründergeführten kleinen Firmen verkauft - und über Plattformen wie TikTok beworben.

Der Umsatz des Dax-Konzerns stagnierte mit annähernd 9,9 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Organisch legte der Umsatz um 2,4 Prozent zu - und damit deutlich schwächer als 2024, als der Wert bei 6,5 Prozent lag. Organisch heißt, dass die Zahl um Einflüsse wie Wechselkurse bereinigt ist. 

Kernmarke Nivea entwickelte sich unterdurchschnittlich

Dass der Umsatz organisch schwächer wuchs, lag auch an der Kernmarke Nivea, auf die mit 5,5 Milliarden Euro mehr als die Hälfte des Umsatzes entfiel. Die Marke entwickelte sich mit einem Umsatzplus um 0,9 Prozent unterdurchschnittlich. Warnery begründete das unter anderem mit schwächeren Verkäufen in China, wo die Marke neu positioniert worden sei. 

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug ohne Sondereffekte nahezu 1,4 Milliarden Euro. Nach Steuern verblieben 955 Millionen Euro. 

Auch geringere operative Marge erwartet

Beiersdorf erwartet 2026 kaum oder nur wenig organisches Umsatzwachstum. Im Bereich Consumer hat der Konsumgüterkonzern gedämpfte Erwartungen an den US-Einzelhandel und das China-Reisegeschäft. Auch geht Beiersdorf davon aus, dass lokale und Indie-Marken den Marktanteil etablierter Hersteller weiter unter Druck setzen. Consumer ist einer von zwei Bereichen, der andere umfasst die Konzerntochter Tesa. 

Beiersdorf geht auch von einer sinkenden operativen Marge aus. Das bedeutet, dass vom Umsatz anteilig weniger Geld übrig bleibt.

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