Fleischindustrie Beschäftigte protestieren gegen Schließung der Eberswalder Wurstwerke

Die Eberswalder Wurstwerke in Britz stellen Ende Februar die Produktion ein. 500 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit. Die Marke soll bestehen bleiben, die Produktion wird verlagert. Die Mitarbeiter wollen protestieren – nicht ohne den Grill anzuwerfen.

Freitag, 06. Februar 2026, 14:44 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Um fünf nach zwölf vor dem Werkstor: In Eberswalde endet eine Wurst-Tradition – wütende Beschäftigte wollen am Grill Abschied nehmen. (Symbolbild) Bildquelle: Getty Images

Beschäftigte der Eberswalder Wurstwerke im brandenburgischen Britz und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten wollen am 14. Februar um 12.05 Uhr gegen die Schließung des Betriebs protestieren. Dies teilte die Gewerkschaft mit. Bei der Veranstaltung vor dem Werkstor soll es auch Wurst vom Grill geben. Viele Beschäftigte seien wütend, hieß es. Mit der Schließung gehe auch ein Stück Eberswalder Regionalgeschichte zu Ende.

Die EWN Wurstspezialitäten teilte im Januar mit, die Produktion am Standort Britz bis zum 28. Februar einzustellen. „Leider mussten wir feststellen, dass es unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine realistische Perspektive gibt“, zitierte das Unternehmen in der Mitteilung. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten 500 Menschen am Standort. Die Gewerkschaft sprach von einem „ungehemmten Profitstreben“.

Die traditionsreiche Marke „Eberswalder“ soll bestehen bleiben, die Produktion soll verlagert werden. Die Wurstwerke in Britz gehören seit 2023 zur Zur-Mühlen-Gruppe, einer Tochter des Fleischkonzerns Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Der Lebensmittelkonzern trägt mittlerweile den Namen Premium Food Group.

Zuletzt suchte das Land Brandenburg nach Möglichkeiten, den Standort zu erhalten. „Wir versuchen, dort eine Lösung zu finden, dass dieser Standort womöglich für Neuansiedlungen und neue Investitionen zur Verfügung steht“, sagte Agrarministerin Hanka Mittelstädt Mitte Januar. Die Wurstfabrik dürfe keine „Ruine“ werden, betonte die Ministerin.

Der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, kritisierte die geplante Verlagerung der Produktion. „Eberswalder Würstchen sollen aus Eberswalde kommen“, sagte Wendorff. Alles andere sei eine „Verbrauchertäuschung“.

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