Das Land Brandenburg sucht nach Möglichkeiten, den Standort der Eberswalder Wurstwerke zu erhalten. „Wir versuchen, dort eine Lösung zu finden, dass dieser Standort womöglich für Neuansiedlungen und neue Investitionen zur Verfügung steht“, sagte Agrarministerin Hanka Mittelstädt. Die Wurstfabrik in Britz bei Eberswalde, die rund 500 Menschen beschäftigt, dürfe keine „Ruine“ werden, betonte die Ministerin.
Auch die Schließung des größten brandenburgischen Schlachthofs in Perleberg trifft die brandenburgische Agrarbranche hart. Für den Schlachthof gibt es laut Mittelstädt inzwischen aber Interessenten.
Trotz der Ankündigung, die Eberswalder Wurstfabrik Ende Februar zu schließen, wird sich das Unternehmen in der Brandenburg-Halle der am Freitag beginnenden Grünen Woche in Berlin präsentieren. Die traditionsreiche Marke soll bestehen bleiben, die Produktion soll verlagert werden. Die Wurstwerke gehören seit 2023 zur Zur-Mühlen-Gruppe, einer Tochter des Fleischkonzerns Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Der Lebensmittelkonzern trägt mittlerweile den Namen Premium Food Group.
Bauernverband warnt vor Verbrauchertäuschung
Mittelstädt sagte, sie würde sich wünschen, dass regionale Wurst auch regional produziert werde und dass in der Eberswalder Wurst, wenn sie woanders hergestellt werde, trotzdem Brandenburger Schwein und Rind stecke. Der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, sagte: „Eberswalder Würstchen sollen aus Eberswalde kommen.“ Alles andere sei eine „Verbrauchertäuschung“.
Die Eberswalder Wurstwerke teilten vergangene Woche mit, die Produktion am Standort Britz nach aktueller Planung schrittweise bis zum 28. Februar einzustellen. „Leider mussten wir feststellen, dass es unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine realistische Perspektive gibt“, zitierte das Unternehmen in der Mitteilung.
Zu einem möglichen Erhalt des Schlachthof-Standorts in Perleberg in der Prignitz sagte die Ministerin, dass nicht alles nur in der Hand der Politik liege, sondern auch in der Hand der Unternehmen. Es gebe aber intensive Gespräche des Ministeriums zu Unterstützungsmöglichkeiten. Sie hoffe, dass sich Türen öffneten, „neue oder auch andere Ansiedlungen“ in Brandenburg zu ermöglichen.
Im Fleischcenter Perleberg konnten ursprünglich bis zu 20.000 Schweine pro Woche geschlachtet werden, wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands angab. Tierhalter müssen mit der Einstellung des Betriebs ins Ausland ausweichen oder ihre Schweine zum Schlachten nach Weißenfels in Sachsen-Anhalt bringen.
