Illegaler Handel Nikotinbeutel in jedem sechsten Geschäft erhältlich

Obwohl tabakfreie Nikotinbeutel in Deutschland faktisch verboten sind, verkauft sie fast jedes sechste Geschäft. Eine Studie von Philip Morris zeigt: Jede siebte Packung ist gefälscht. Die Preise liegen mit über neun Euro fast doppelt so hoch wie in Österreich, wo es die Produkte legal gibt. 

Freitag, 06. Februar 2026, 09:58 Uhr
Theresa Kalmer
Eine aktuelle bundesweite Ipsos-Studie im Auftrag von Philip Morris International zeigt: Trotz de-facto Verbot sind tabakfreie Nikotinbeutel in Deutschland weit verbreitet. Bildquelle: Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)

Der Tabakkonzern Philip Morris hat eine Studie zur Verbreitung von tabakfreien Nikotinbeuteln in Deutschland vorgelegt. Das Marktforschungsinstitut Ipsos untersuchte im Auftrag des Unternehmens zwischen Juli und August 2025 die Verfügbarkeit der Produkte in 24 deutschen Städten. Die Studie ergab, dass in fast jedem sechsten untersuchten Geschäft tabakfreie Nikotinbeutel angeboten werden, obwohl die Produkte in Deutschland faktisch verboten sind.

1,5 Millionen regelmäßige Konsumenten

Die Untersuchung umfasste 1.256 kleine unabhängige Verkaufsstellen und Tabakfachgeschäfte. In 15,8 Prozent dieser Geschäfte wurden tabakfreie Nikotinbeutel zum Verkauf angeboten, wie Philip Morris mitteilte. Forensische Untersuchungen zeigten, dass ein Drittel der angebotenen Produkte Fälschungen sind. Bezogen auf die Gesamtstichprobe entspricht dies jeder siebten Packung. Die Preise für die Beutel liegen laut der Studie bei über neun Euro und damit fast doppelt so hoch wie in Österreich, wo die Produkte legal für rund sechs Euro verkauft werden.

Verschiedene Gerichtsurteile und Behörden stufen tabakfreie Nikotinbeutel rechtlich als Lebensmittel ein, was einem faktischen Verbot gleichkommt. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung konsumierten 2022 bereits 2 Prozent der Bevölkerung Nikotinbeutel regelmäßig, 14 Prozent hatten sie schon einmal ausprobiert. Das entspricht über 1,5 Millionen regelmäßigen Konsumenten und mehr als elf Millionen Menschen, die die Produkte mindestens einmal konsumiert haben.

Philip Morris fordert Regulierung im Tabakrecht

Philip Morris fordert eine Regulierung der Produkte im Tabakrecht. „Die Studie belegt eindrucksvoll, dass bereits ein etablierter Markt für tabakfreie Nikotinbeutel existiert – Tendenz steigend“, sagte Tammo Körner, Senior Manager Fiscal Affairs & Illicit Trade Prevention bei Philip Morris. „Das aktuelle Verbot fördert illegale Strukturen und den Handel mit Produktfälschungen.“ Auch Branchenverbände und die Zollgewerkschaft sprechen sich für eine klare Regulierung aus. Thomas Liebel, Bundesvorsitzender der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft, erklärte, eine Regulierung im Tabakerzeugnis- und Tabaksteuergesetz könne den Schwarzmarkt eindämmen und Steuereinnahmen sichern.

 

nikotinbeutel

 

Die Studie zeigt regionale Unterschiede bei der Verfügbarkeit. In manchen Regionen bieten über 20 Prozent der untersuchten Geschäfte tabakfreie Nikotinbeutel an, in anderen nur rund 9 Prozent. In 19,1 Prozent der Fälle wurden die Produkte offen im Geschäft präsentiert, in 60,3 Prozent der Fälle wurde eine reguläre Abrechnung über das Kassensystem angeboten.

Philip Morris ist mit einem Marktanteil von 38,4 Prozent im Jahr 2024 Marktführer auf dem deutschen Zigarettenmarkt.

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