Ifo-Umfrage Unternehmen vergeben Note 4,2 für Wirtschaftspolitik

Die Firmen in Deutschland stellen der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus. Das zeigt eine Umfrage des Ifo-Instituts. Am schlechtesten schneidet die Sozial- und Rentenpolitik mit der Schulnote 4,6 ab, nah an der Schulnote 5 „mangelhaft“.

Freitag, 06. Februar 2026, 12:16 Uhr
Theresa Kalmer
Viele Unternehmen sind unzufrieden mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung – besonders der Einzelhandel sieht laut Ifo-Institut deutlichen Verbesserungsbedarf. Bildquelle: Bundestag/Neuhauser

Die Unternehmen in Deutschland bewerten die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung mit der Schulnote 4,2. Das ergab eine Umfrage des Ifo Instituts. Die Kritik zieht sich durch alle Politikfelder und kommt von allen Branchen, wie das Institut mitteilte.

Am schlechtesten schneidet die Sozial- und Rentenpolitik ab. Hier vergaben die Unternehmen im Durchschnitt die Note 4,6. Auch die Arbeitsmarkt-, Industrie- sowie Energie- und Klimapolitik bewerteten die Befragten nur mit Noten zwischen 4,1 und 4,2. Etwas besser, aber immer noch ausreichend, fiel das Urteil zur Finanzpolitik, Infrastruktur- und Digitalisierungspolitik aus. Hier lag die Durchschnittsnote jeweils bei 4,0.

Einzelhandel besonders unzufrieden

Zwischen den Branchen gibt es kaum Unterschiede. In der Industrie und im Dienstleistungssektor bewegten sich die Noten zwischen 3,8 und 4,5. Im Einzelhandel sogar nur zwischen 4,1 und 4,7. Keine Branche bewertete die Wirtschaftspolitik im Durchschnitt gut. „Die Unternehmen sehen derzeit kaum Fortschritte bei den zentralen wirtschaftspolitischen Themen“, zitierte das Institut Klaus Wohlrabe, den Leiter der Ifo-Umfragen, in der Mitteilung. „Das Urteil fällt entsprechend negativ aus.“

Unternehmen fordern Abbau von Bürokratie

Die Unternehmen nannten auch konkrete Handlungsfelder. 40,4 Prozent fordern vorrangig einen Abbau von Bürokratie und Regulierung. An zweiter Stelle folgen Reformen bei Steuern und Abgaben mit 37,1 Prozent. 24,6 Prozent nannten den Arbeitsmarkt und Fachkräfte, 23,3 Prozent die Energiepolitik. Weitere 21,3 Prozent verwiesen auf Investitionen, Standortbedingungen und Infrastruktur.

„Die Unternehmen erwarten nun konkrete Fortschritte bei den zentralen Reformthemen“, sagte Wohlrabe laut der Mitteilung. „Ankündigungen allein reichen aus ihrer Sicht nicht mehr aus.“

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