Digitaler Einzelhandel Smart Stores sollen Niedersachsens Dörfer versorgen

In Niedersachsen gibt es mittlerweile rund 90 Smart Stores. Die Industrie- und Handelskammern sehen in den automatisierten Mini-Supermärkten ein Instrument gegen Versorgungslücken auf dem Land. Bis zu 30 Prozent ihres Umsatzes erzielen die Läden sonntags.

Freitag, 06. Februar 2026, 10:30 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Die meisten Mini-Märkte betreibt in Niedersachsen Tante Enso, wie die IHK mitteilt. Bildquelle: Tante Enso

Rund 90 digitale Mini-Supermärkte gibt es mittlerweile in Niedersachsen. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) Niedersachsen sehen in den sogenannten Smart Stores ein Instrument, um Versorgungslücken in ländlichen Regionen zu schließen. Dies teilte der Kammerverband mit.

Die Märkte sind meist bis zu 500 Quadratmeter groß und arbeiten weitgehend automatisiert. Sie kommen mit wenig Personal aus. Kunden können dort flexibel und teils rund um die Uhr einkaufen. Hintergrund sei ein anhaltender Strukturwandel im Einzelhandel: Die Zahl der Lebensmittelgeschäfte sei in den vergangenen Jahren deutschlandweit zurückgegangen.

„Mehr als nur ein vorübergehender Trend“

Smart Stores entstehen vor allem in Orten, in denen sich klassische Supermärkte wirtschaftlich nicht mehr betreiben lassen. Einige Anbieter ergänzen das Angebot den Angaben zufolge um zusätzliche Dienste wie Bankautomaten, Postservices oder telemedizinische Leistungen. Dadurch werden die Läden mancherorts zu zentralen Anlaufstellen. „Smart Stores sind mehr als nur Mini-Supermärkte und kein vorübergehender Trend. Sie sind inzwischen ein ernstzunehmendes Instrument der Daseinsvorsorge“, zitierte der Kammerverband seine Hauptgeschäftsführerin Monika Scherf in der Mitteilung.

Tante Enso betreibt die meisten Standorte

Die meisten dieser Märkte betreibt nach Angaben der Industrie- und Handelskammern Tante Enso. Das Unternehmen hat sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit die größte Zahl an Standorten.

Rechtlich gibt es jedoch unterschiedliche Vorgaben in den Bundesländern. In Niedersachsen wird über einen Gesetzentwurf beraten, unter anderem zur Sonntagsöffnung. Für viele Smart Stores ist dieser Tag wirtschaftlich bedeutsam. Bis zu 30 Prozent des Umsatzes erzielen die Läden dann, wie der Kammerverband mitteilte. Die Industrie- und Handelskammern fordern die Landesregierung auf, schnell klare, praxistaugliche und unbürokratische Regeln zu schaffen.

Erst kürzlich hatten Thüringen und Baden-Württemberg Änderungen an ihren Ladenschlussgesetzen beschlossen mit Blick auf Mini-Läden auf dem Land. 

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