Die Bitburger Braugruppe hat im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 5,7 Prozent auf 753 Millionen Euro verzeichnet. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 798 Millionen Euro umgesetzt. Trotz der Rückgänge bewertet die Geschäftsführung das Jahr als wirtschaftlich zufriedenstellend, wie das Unternehmen mitteilte. Angaben zum Gewinn machte Bitburger nicht.
Auch konkrete Zahlen zur Absatzentwicklung nannte Bitburger auf Nachfrage der Lebensmittel Praxis nicht. Angesichts einer Preiserhöhung steht aber zu vermuten, dass der Absatz noch etwas stärker eingebrochen ist als der Umsatz. Das legt auch die allgemeine Branchenentwicklung nahe: Der Bierabsatz in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 6 Prozent gesunken, wie das Statistische Bundesamt erst vor wenigen Tagen bekannt gab.
Gesamtmarkt schrumpfte zuletzt deutlich
Die Absatzrückgänge führt die Bitburger Braugruppe neben dem schwierigen Branchenumfeld auch auf die Preiserhöhung zurück. „Unsere Absatzrückgänge resultieren nicht nur aus einem insgesamt extrem schwierigen Jahr für die gesamte Branche, sondern vor allem aus der von uns allein im Markt durchgeführten und konsequent umgesetzten Preiserhöhung“, zitierte das Unternehmen die Geschäftsführung in der Mitteilung. Wettbewerber wie Krombacher und Veltins haben ihre Preise erst im Herbst 2025 angehoben.
Ein Silberstreif am Horizont
Die insgesamt verstärkte Nachfrage nach alkoholfreien Bieren und Mixgetränken machte sich 2025 auch bei Bitburger bemerkbar: Die Bitburger 0,0%-Range erzielte den Angaben zufolge ein Umsatzplus von über 12 Prozent. Die Variante Bitburger Herb 0,0%, die 2022 eingeführt wurde, wuchs um über 36 Prozent. Die im Jahr 2025 erstmals auf den Markt gebrachten Sommersorten Bitburger 0,0% Peach und Bitburger 0,0% Pineapple gehören laut Unternehmen zu den zehn erfolgreichsten Neueinführungen im Biermarkt. Die Weißbier- und Hellbier-Marke Benediktiner konnte mit einem Umsatzplus von 4,4 Prozent ebenfalls zulegen. Die Hauptmarke Bitburger verzeichnete hingegen ein Umsatzminus von 6,4 Prozent. Auch die Marken König Pilsener, Köstritzer und Licher mussten Umsatz- und Absatzrückgänge hinnehmen.
Bitburger setzt auf Fußball-WM und neue Produkte
Für das laufende Jahr rechnet die Braugruppe mit Wachstum. „2026 stehen für uns die Zeichen auf Wachstum – beim Umsatz wie auch beim Absatz“, sagte Sebastian Holtz laut Mitteilung. Der ehemalige Carlsberg-Manager Holtz ist seit Anfang 2024 Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Bitburger. Das Unternehmen setzt auf die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft, die Bitburger als offizieller Partner der DFB-Männer-Nationalmannschaft begleiten wird. Zudem hat die Braugruppe zum Jahresbeginn eine Reihe neuer Produkte für die Marken Bitburger, Benediktiner, König und Köstritzer vorgestellt. Weitere Innovationen sollen folgen.
Die Braugruppe investiert nach eigenen Angaben trotz der schwierigen Lage in Technik und Standorte. Zusammen mit der kürzlich abgeschlossenen Modernisierung der Abfüllanlage in Lich steht für die Folgejahre ein Investitionsvolumen von über 80 Millionen Euro an, wie das Unternehmen mitteilte. Am Standort Duisburg soll in Kürze der Bau eines neuen Sudhauses beginnen. Das Exportgeschäft der Braugruppe konnte trotz internationaler Unsicherheiten ein leichtes Plus bei Umsatz und Absatz erzielen.