Reinigungstechnik Kärcher steigert Umsatz in schwierigem Marktumfeld

Der Reinigungsspezialist Kärcher hat 2025 einen Umsatz von 3,483 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent. Trotz Zöllen, Preisdruck und Kaufzurückhaltung schnitt das Unternehmen laut Vorstandschef Hartmut Jenner (Foto) besser ab als der Markt.

Donnerstag, 29. Januar 2026, 11:05 Uhr
Thomas Klaus
Wachstum trotz viel Gegenwind: Kärcher-Vorstandschef Hartmut Jenner konnte für 2025 positive Zahlen vorlegen. Bildquelle: Kärcher

Der Reinigungsspezialist Kärcher hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,483 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Familienunternehmen aus Winnenden mitteilte. Währungsbereinigt lag das Plus bei 3,2 Prozent. Das Unternehmen erwirtschaftet 86 Prozent seines Umsatzes im Ausland und ist mit 170 Firmen in 87 Ländern vertreten. Weltweit beschäftigt Kärcher 17.000 Mitarbeiter.

Jenner: Ungewöhnliches 2025 hat uns stark gefordert

Das Geschäftsjahr 2025 war nach Angaben des Unternehmens von erheblichen Herausforderungen geprägt. Steigende Handelsbarrieren wie Zölle und lokale Subventionen, hoher Preisdruck vor allem durch chinesische Hersteller sowie strukturelle und regulatorische Hürden bremsten das Wachstum. Auch der Reinigungsmarkt entwickelte sich rückläufig und war von Kaufzurückhaltung der gewerblichen Kunden geprägt. „2025 war ein sehr ungewöhnliches Jahr, das uns stark gefordert hat“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hartmut Jenner. Kärcher habe dennoch besser abgeschnitten als der Markt insgesamt.

Investitionen auch im Ausland

Das Unternehmen investierte im vergangenen Jahr 170 Millionen Euro in die eigene Innovationskraft und den Ausbau von Strukturen. Davon profitierten laut Jenner die weltweiten Standorte: Im rumänischen Werk in Curtea de Arges wurde die Produktions- und Entwicklungsfläche um 15.000 Quadratmeter erweitert. Dort nahm Kärcher erstmals eine vollautomatische Anlage zur Fertigung von Staubsaugerbeuteln in Betrieb.

Das chinesische Werk in Changshu erhielt eine neue Halle mit Rotationssinter-Anlagen, um die Fertigungstiefe bei Bodenreinigungsgeräten zu erhöhen. Und in Österreich bezog Kärcher Ende 2025 nach nur sechs Monaten Bauzeit einen neuen Hauptsitz in Wien.

In Deutschland wurde besonders in die Technologie in den Werken investiert, wie etwa in eine flexible Montageanlage für Heißwasser-Hochdruckreiniger im Werk Bühlertal.

Weiterentwicklung der Unternehmenskultur weiterer Schwerpunkt

Neben den Investitionen in Sachanlagen legte Kärcher den Angaben zufolge einen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Mit der flächendeckenden Einführung der Google-KI Gemini 2024 habe das Unternehmen früh die technische Infrastruktur für effizienteres Arbeiten geschaffen, so Jenner. Die Nutzungsintensität lag im Dezember bei mehr als einer halben Million Prompts. Eine Mitarbeiterbefragung aus dem Jahr 2025 ergab, dass 91 Prozent der Beschäftigten gern für Kärcher arbeiten.

In seinem Jubiläumsjahr 2025 führte das Unternehmen zudem 124 kostenlose Reinigungsprojekte an öffentlichen Plätzen, in sozialen Einrichtungen und an historischen Bauwerken durch. Geplant waren ursprünglich 90 Projekte.

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