Bierbranche Veltins steigert Ausstoß minimal gegen den Branchentrend

Die Brauerei Veltins hat 2025 ihren Ausstoß marginal um 0,3 Prozent auf 3,369 Millionen Hektoliter gesteigert. Während die Kernmarke Veltins Pils verlor, wuchsen Pülleken und alkoholfreie Produkte zweistellig. Der deutsche Biermarkt verlor im selben Jahr fünf Millionen Hektoliter – so viel wie seit 75 Jahren nicht mehr.

Mittwoch, 14. Januar 2026, 11:45 Uhr
Manuel Glasfort
Veltins verfügt im Pilsmarkt in Nordrhein-Westfalen über einen stattlichen Marktanteil von gut 14 Prozent. Bildquelle: Veltins

Die Brauerei Veltins hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Ausstoß leicht auf 3,369 Millionen Hektoliter gesteigert. Das entspricht einem Plus von 0,3 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz kletterte um 0,4 Prozent auf 461 Millionen Euro. Damit entzog sich die Familienbrauerei aus Meschede-Grevenstein im Sauerland dem Abwärtstrend im deutschen Biermarkt, der 2025 rund fünf Millionen Hektoliter verlor – so viel wie seit 75 Jahren nicht mehr. Angaben zum Gewinn machte das Familienunternehmen nicht.

Wachstumstreiber war die Marke Pülleken, die um 13,6 Prozent auf 373.600 Hektoliter zulegte. Auch die alkoholfreien Produkte wuchsen kräftig um 10,4 Prozent auf 241.300 Hektoliter. Die Kernmarke Veltins Pils büßte dagegen 1,8 Prozent ein und erreichte 2,32 Millionen Hektoliter. Sie steuert zwei Drittel zum Gesamtausstoß bei. „Unsere Investitionen in ein breites, verbraucherattraktives Sortiment tragen spürbare Früchte, denn die ergänzenden Marken können heute Mengeneinbußen im Stammgeschäft exzellent ausgleichen“, zitierte das Unternehmen den Geschäftsführungssprecher Volker Kuhl in der Mitteilung.

Die Spezialitätenmarke Grevensteiner verlor 13,5 Prozent und kam auf 111.700 Hektoliter. Die Biermixmarke V+ gab 5,5 Prozent nach und erreichte 269.500 Hektoliter. Das Fassbiergeschäft blieb mit 443.900 Hektolitern stabil. Den Angaben zufolge liegt der nationale Marktanteil von Veltins Pils bei 6,6 Prozent, in Nordrhein-Westfalen bei 14,1 Prozent. Das helle Pülleken sei im Handel in Nordrhein-Westfalen Marktführer im Segment der Hellbiere.

Veltins plant neue Produkte und Millionen-Investitionen

Für 2026 kündigte Vertriebsgeschäftsführer Rainer Emig neue Produkte an. Im Frühsommer kommt die Sorte V+ Saure Zungen Cherry auf den Markt. Zudem führt die Brauerei eine alkoholfreie Variante des Pülleken ein. Die Marke Karamalz ist seit Jahresbeginn vollständig in die Produktions- und Vertriebsabläufe integriert. Das Exportgeschäft blieb mit 113.000 Hektolitern stabil. Die Brauerei investierte 2025 rund 51 Millionen Euro am Standort Grevenstein. Für die energetische Transformation plant das Unternehmen weitere Investitionen, allein für eine Windradinfrastruktur rechnet es mit Kosten von rund 60 Millionen Euro.

Die Zahl der Beschäftigten stieg seit Beginn des Jahrzehnts um 64 auf 754. Rund 92 Prozent aller Gebinde lieferte die Brauerei in Mehrweggebinden aus. Im Gebindemix entfallen 79,2 Prozent auf Flaschen, 13,2 Prozent auf Fässer und 7,6 Prozent auf Dosen. Kuhl warnte vor einem tiefgreifenden Strukturprozess in der Brauwirtschaft. „Die Volumenverluste sind mit rund fünf Millionen Hektolitern für Deutschlands Brauereien eine schwere Last“, zitierte ihn das Unternehmen. „Für viele Betriebe wird sich in naher Zukunft leider die Existenzfrage stellen.“

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