Schweiz/Deutschland Barry Callebaut steigt in kakaofreie Schokolade ein

Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut kooperiert mit dem deutschen Start-up Planet A Foods. Gemeinsam wollen sie eine Schokoladenalternative ohne Kakao vermarkten. Barry Callebaut konnte seinen Gewinn zuletzt deutlich steigern und rechnet bei den Kakaopreisen mit einer deutlichen Entspannung.

Mittwoch, 05. November 2025, 10:29 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Diese Schokoladenalternative von Planet A Foods kommt ohne Kakao aus. Davon will auch Barry Callebaut profitieren. Bildquelle: Planet A Foods

Der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut arbeitet künftig mit dem deutschen Unternehmen Planet A Foods zusammen. Die beiden Firmen gaben eine langfristige kommerzielle Partnerschaft bekannt, wie Barry Callebaut mitteilte. Planet A Foods stellt mit Choviva eine Schokoladenalternative ohne Kakao her. Choviva werde in Europa aus Sonnenblumenkernen hergestellt und in großem Maßstab produziert, mit über 70 Produkten in mehr als acht Ländern.

Steigende Nachfrage nach nachhaltiger Schokolade bedienen

Mit der Partnerschaft soll nach Darstellung von Barry Callebaut die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Schokoladenlösungen ohne Kakao bedient werden. Traditioneller Kakao bleibe aber weiterhin das Herzstück des Geschäfts von Barry Callebaut und spiele auch künftig eine zentrale Rolle in der Strategie des Unternehmens, betont der Hersteller. Barry Callebaut begegne der aktuellen Volatilität des Kakaomarktes mit einem proaktiven, diversifizierten Ansatz.

Der weltgrößte Schokoladenproduzent Barry Callebaut rechnet nach den heftigen Preisanstiegen bei Kakao mit einer deutlichen Entspannung bis Ende nächsten Jahres.  Während das Unternehmen vor sechs Monaten noch mit Preisen von 5.700 britischen Pfund pro Tonne Ende 2025 kalkulierte, geht es jetzt noch von 4.400 Pfund aus (rund 5.000 Euro), wie aus der Präsentation der Jahresergebnisse (Geschäftsjahr bis 31. August) hervorgeht. Ende nächsten Jahres erwartet Callebaut denselben Preis, während das Unternehmen vor sechs Monaten noch mit 5.150 Pfund für Ende 2026 kalkuliert hatte. 

Kürzere Lieferketten und reduzierter ökologischer Fußabdruck

Die kakaofreie Schokoladenalternative Choviva basiert auf Sonnenblumenkernen und soll ein schokoladiges Genusserlebnis bieten. Durch die Verwendung nachhaltiger, regional bezogener Rohstoffe und Zutaten ohne Kakao trage diese Alternative zu kürzeren Lieferketten und einem reduzierten  ökologischen Fußabdruck bei, so Barry Callebaut. „Durch die Partnerschaft mit Planet A Foods nutzen wir eine innovative Technologie, mit der wir neue Wachstumsmöglichkeiten erschließen und gleichzeitig unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber der aktuellen Volatilität des Kakaomarktes stärken können“, sagte Christian Hansen, Head of Global Strategy bei Barry Callebaut. 

Roekaerts: Partnerschaft ein wichtiger Meilenstein

„Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Meilenstein für uns. Wir wollen damit unser Portfolio diversifizieren und die spannenden Chancen im Bereich der kakaofreien Schokoladenalternativen nutzen“, ergänzte Dries Roekaerts, President Customer Experience bei Barry Callebaut. Kakaofreie Innovationen sollten traditionelle Schokolade nicht ersetzen, sondern ergänzen. Gemeinsam mit Planet A Foods wolle Barry Callebaut die Produktion neuer Schokoladenerlebnisse skalieren und damit mehr Auswahl anbieten.

Präsenz in Europa stärken und internationale Expansion voran treiben

Für Planet A Foods schaffe die Partnerschaft eine starke Grundlage für verantwortungsvolles, globales Wachstum, hieß es. Gemeinsam mit Barry Callebaut werde das Unternehmen seine Präsenz in Europa stärken und die Expansion in internationale Märkte voran treiben. Planet A Foods wurde den Angaben zufolge 2021 gegründet und beschäftigt rund 70 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Planegg bei München und produziert in Pilsen in Tschechien.

Barry Callebaut mit Sitz in Zürich ist vor allem ein Zulieferer von Schokolade und Kakaoprodukten für Gastronomie, Pralinenhersteller und Chocolatiers. Deshalb ist der Name weniger bekannt als gängige Schokoladenhersteller, deren Produkte in Supermarktregalen liegen.

Betriebsgewinn legt deutlich zu

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verkaufte Callebaut gut zwei Millionen Tonnen Schokolade, 6,8 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Umsatz stieg wegen der höheren Preise für Kakaobohnen, die das Unternehmen an Kunden weitergab, dennoch um 42,2 Prozent auf 14,8 Milliarden Franken (15,91 Mrd. Euro). Der Betriebsgewinn (EBIT) legte um 42,4 Prozent auf 635,1 Millionen Franken (682 Mio. Euro) zu. 

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