Die deutsche Süßwarenindustrie hat für die Weihnachtszeit 2025 rund 146 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner produziert. Das sind 11 Prozent weniger als im Vorjahr, als die Hersteller noch 164 Millionen Stück fertigten. Dies teilte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) mit.
„Die Krise in Deutschland macht auch vor den beliebten Schoko-Weihnachtsmännern nicht halt“, zitierte der Verband seinen Hauptgeschäftsführer Carsten Bernoth in der Mitteilung. Die Unternehmen litten unter Kostenbelastungen bei wichtigen Rohstoffen wie Kakao und Nüssen, aber auch bei Personal, Energie und Bürokratie. Hinzu komme die Konsumzurückhaltung der Verbraucher.
Etwa 82 Millionen der in Deutschland produzierten Schokoladen-Weihnachtsmänner gingen den Angaben zufolge an den deutschen Lebensmittelhandel, an Kaufhäuser und den Fachhandel. Das entspricht einem Anteil von rund 66 Prozent. Rund 44 Prozent oder etwa 64 Millionen Stück exportierten die Hersteller ins Ausland, darunter in europäische Nachbarstaaten, aber auch in die USA, nach Großbritannien sowie nach Neuseeland und Australien. Der Export legte um 1,4 Prozent zu, wie der Verband mitteilte.
Verband rechnet nicht mit sinkenden Preisen
Die Preise für Schokoladenwaren dürften nach Angaben des Verbands trotz gesunkener Kakaopreise an den internationalen Rohstoffbörsen nicht kurzfristig sinken. Der Kakaopreis liege trotz Entspannung weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Ob die jüngsten Preisrückgänge von Dauer seien, sei derzeit nicht absehbar. Zudem wirken sich Rohstoffpreisentwicklungen wegen der komplexen Lieferketten erst mit zeitlichem Verzug aus. Üblicherweise dauere es mehrere Monate, bis Preisänderungen an den Rohstoffmärkten beim Endprodukt ankommen.
Der Börsenpreis für Kakao hatte in den vergangenen zwei Jahren infolge schlechter Ernten und Spekulation eine historische Rallye hingelegt. In der Spitze kostete die Tonne an der Börse mehr als 12.000 Euro. Inzwischen ist der Kurs wieder auf rund 5.000 Euro gesunken. Noch zu Beginn des Jahres 2023 bewegte sich der Preis bei knapp unter 2.500 Euro je Tonne.
Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von über 200 meist mittelständischen deutschen Süßwarenunternehmen. Die Branche beschäftigt rund 60.000 Mitarbeiter und ist mit einem Anteil von etwa 10 Prozent am Umsatz die viertgrößte Branche der deutschen Ernährungsindustrie.
