Großbritannien Marks & Spencer verliert mehr als die Hälfte seines Gewinns

Der britische Einzelhändler Marks & Spencer muss im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch um 55,4 Prozent hinnehmen. Ein Cyberangriff im April erschütterte das Unternehmen. Die Kosten des Angriffs belaufen sich auf insgesamt 135,6 Millionen Pfund.

Mittwoch, 05. November 2025, 13:03 Uhr
Julia Krone
Marks & Spencer musste infolge eines Cyberangriffs mehrere Wochen lang Onlinebestellungen aussetzen. Der britische Einzelhändler erwartet dennoch eine Erholung bis Frühjahr 2026. Bildquelle: Getty Images

Der britische Einzelhändler Marks & Spencer hat für das erste Halbjahr einen Gewinneinbruch um 55,4 Prozent verzeichnet. Der bereinigte Gewinn vor Steuern sank in den sechs Monaten bis zum 27. September auf 184,1 Millionen Pfund, wie das Unternehmen mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch 413,1 Millionen Pfund betragen. Ursache für den Rückgang war nach Unternehmensangaben ein Cyberangriff im April.

Lebensmittelumsätze stiegen um 7,8 Prozent

Der Hackerangriff zwang Marks & Spencer, Online-Bestellungen für Bekleidung sieben Wochen lang auszusetzen. Auch die Click-and-Collect-Dienste mussten für fast vier Wochen eingestellt werden. Zudem beeinträchtigte der Angriff die Verfügbarkeit von Kleidung und Lebensmitteln in den Filialen. Das Unternehmen verbuchte Kosten im Zusammenhang mit dem Cyberangriff in Höhe von 101,6 Millionen Pfund. Für das zweite Halbjahr plant Marks & Spencer weitere 34 Millionen Pfund ein. Das Unternehmen erhielt nach eigenen Angaben Versicherungserlöse in Höhe von 100 Millionen Pfund.

Während die Lebensmittelumsätze um 7,8 Prozent stiegen, gingen die Umsätze in den Bereichen Mode, Wohnen und Kosmetik um 16,4 Prozent zurück. Im Mai hatte Marks & Spencer geschätzt, dass der Cyberangriff das Unternehmen im Gesamtjahr etwa 300 Millionen Pfund an entgangenem Betriebsgewinn kosten würde. Das Unternehmen hoffte jedoch, diese Auswirkungen durch Versicherungs-, Kostenkontroll- und Handelsmaßnahmen zu halbieren.

Marks & Spencer rechnet mit Erholung bis März

Für das zweite Halbjahr prognostiziert Marks & Spencer einen Gewinn, der mindestens auf dem Niveau des Vorjahres liegen soll. Das Unternehmen rechnet damit, sich bis März nächsten Jahres vollständig von dem Cyberangriff erholt zu haben. „Unsere Kunden sind zunehmend besorgt über steigende Kosten und höhere Steuern und sie machen sich Sorgen um das Budget“, so Vorstandschef Stuart Machin. Der gesamte Einzelhandelssektor sei mit erheblichem Gegenwind konfrontiert, etwa durch eine neue Verpackungssteuer und höhere Sozialversicherungskosten der Arbeitgeber.

Vor dem Hackerangriff hatte Marks & Spencer die Früchte eines umfassenden Sanierungsplans geerntet, der seit 2022 läuft. Im Jahr 2024/25 erzielte das Unternehmen den Angaben zufolge die höchste Jahresgewinnleistung seit über 15 Jahren. Analysten prognostizierten vor der Mitteilung im Durchschnitt einen bereinigten Gewinn vor Steuern von 638 Millionen Pfund für 2025/26, gegenüber 876 Millionen Pfund im Jahr 2024/25.