Produktwissen Windelmarkt im Wandel

Hintergrund

Nachhaltige Materialien, neue Größen und spezialisierte Produkte verändern das Sortiment.

Mittwoch, 10. Dezember 2025, 07:40 Uhr
Elena Kuss
Artikelbild Windelmarkt im Wandel
Einwegwindeln  – klassische Babywindeln, meist aus Zellstoff mit Superabsorber, sind das dominierende Segment. Es gibt sie mit und ohne Urinindikator, ein Streifen auf der Windelvorderseite, der sich blau verfärbt, sobald die Windel feucht wird. Moderne Modelle können heute bis zu 30 Mal ihr Eigengewicht an Flüssigkeit aufnehmen. Einige Hersteller integrieren Hautsensoren oder Recyclinganteile.
Bildquelle: Getty Images, Adobe Stock

Windeln gehören zu den wichtigsten Produkten im Drogeriesortiment. Eltern legen großen Wert auf Hautverträglichkeit, Saugkraft und Preis. Die Auswahl wächst stetig, insbesondere im Bereich nachhaltiger Materialien und bei Produkten für ältere Kinder oder spezielle Bedürfnisse wie Bettnässen.

Das klassische Segment bilden Einwegwindeln aus Zellstoff mit sogenannten Superabsorbern – kleinen Partikeln, die Flüssigkeit binden und so für Trockenheit sorgen. Daneben gewinnen Öko- und Bio-Windeln an Bedeutung. Sie bestehen aus Fasern mit FSC-Zertifikat, das eine nachhaltige Waldwirtschaft kennzeichnet, und verzichten auf Lotionen sowie Parfüm.

Höschenwindeln, auch Pants genannt, richten sich an Kleinkinder in der Übergangsphase zum Töpfchen. Sie lassen sich wie Unterwäsche an- und ausziehen und erleichtern Eltern den Alltag. Das Segment wächst kontinuierlich und macht mittlerweile rund ein Fünftel des Marktes aus. Hersteller Pampers reagiert darauf beispielsweise mit einem erweiterten Angebot an größeren Größen und zusätzlichen Varianten. Höschenwindeln sind teurer als die übliche Windelform zum Wickeln.

Nachtspezialwindeln mit verstärktem Saugkern sorgen für längeren Schutz über Nacht. Für ältere Kinder gibt es diskrete Schutzunterwäsche, die beim Bettnässen hilft, während Schwimmwindeln Wasser nicht aufsaugen, aber für hygienische Sicherheit sorgen. Mit den Ninjama Pants richtet sich Pampers an Eltern von älteren Kindern, die gelegentlich noch einnässen – ein Thema, das etwa 8 Prozent der Vier- bis Zwölfjährigen in Europa betrifft. Stoffwindeln bilden eine kleine, wachsende Nische – meist erhältlich im Fachmarkt oder online, zum Beispiel auch bei dm. Auch Inkontinenzprodukte für Erwachsene gewinnen an Bedeutung, da die Kundschaft älter wird.

Cross-Selling lohnt sich

Windeln zählen zu den umsatzstärksten Babyartikeln und werden daher meist auf Augen- oder Griffhöhe der Eltern platziert. Innerhalb dieser Kategorie erfolgt die Segmentierung nach Bedürfnis und Alter des Kindes.

Im oberen Regal finden sich leichtere Zusatzsortimente wie Feuchttücher, Windeleimer-Nachfüllungen und Wickelunterlagen. Auf Augenhöhe stehen die wichtigsten Produkte: Einwegwindeln der führenden Marken, Eigenmarken und ökologische Varianten. In den unteren Regalfächern liegen Großpackungen, Pants, Vorratspackungen und Inkontinenzprodukte, die mehr Platz benötigen und seltener spontan gekauft werden. Statt nach Preis zu sortieren, werden Windeln meist nach Marke blockweise angeordnet. Die Platzierung wird zunehmend datenbasiert gesteuert, was eine filialgenaue Optimierung ermöglicht.

Zusatzsortimente nutzen

  • Feuchttücher – praktischer Alltagshelfer beim Wickeln. Einige Varianten enthalten pflegende Inhaltsstoffe, während andere komplett plastikfrei und biologisch abbaubar sind.
  • Wickelunterlage – sorgt für eine saubere, gepolsterte Fläche beim Windelwechseln. Es gibt sie als waschbare Stoffvarianten oder praktische Einweg-Versionen.
  • Wundcreme – schützt die empfindliche Babyhaut vor Feuchtigkeit und beugt wunden Stellen im Windelbereich vor. Viele Produkte setzen heute auf natürliche Inhaltsstoffe wie Zinkoxid.

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Bild öffnen Einwegwindeln  – klassische Babywindeln, meist aus Zellstoff mit Superabsorber, sind das dominierende Segment. Es gibt sie mit und ohne Urinindikator, ein Streifen auf der Windelvorderseite, der sich blau verfärbt, sobald die Windel feucht wird. Moderne Modelle können heute bis zu 30 Mal ihr Eigengewicht an Flüssigkeit aufnehmen. Einige Hersteller integrieren Hautsensoren oder Recyclinganteile.
Bild öffnen Stoffwindeln oder auch Windel-Mehrweg-Systeme – kleine, wachsende Nische. Meist sind diese Windeln online oder im Fachhandel erhältlich. Sie bestehen aus waschbaren Textilien wie Baumwolle, Bambus oder Hanf und lassen sich vielfach wiederverwenden.
Bild öffnen Öko- oder Bio-Windeln – mit FSC-zertifizierten Fasern, ohne Lotionen oder Parfüm; Zielgruppe: umweltbewusste Eltern. Sie setzen auf natürliche Materialien und reduzieren
Kunststoffanteile. Einige Marken kompensieren zudem ihre CO2-Bilanz.
Bild öffnen Höschenwindeln oder Pants – zum Hochziehen ähnlich einer Unterhose, für Kleinkinder in der Übergangsphase zum Töpfchen.  Einige Modelle besitzen dehnbare Seitenbündchen und eine reißbare Naht, sodass sie sich beim Wechseln leicht entfernen lassen.
Bild öffnen Schwimmwindeln – wasserabweisend, aber nicht aufsaugend; für den Einsatz im Schwimmbad. Sie verhindern, dass größere Verschmutzungen ins Wasser gelangen. Es gibt sie als Einweg- oder wiederverwendbare Variante, oft mit farbenfrohen Mustern.

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