Discounter Netto baut Filiale in Fulda mit Holzbausteinen aus

Netto erweitert eine Filiale in Fulda mit 2.600 Holzbausteinen. Der Discounter ist nach eigenen Angaben der erste in Deutschland, der diese Bauweise für eine Erweiterung nutzt. Edeka setzt in Braunschweig bereits auf einen Pilotmarkt, der vollständig aus Holz errichtet wurde.

Dienstag, 06. Januar 2026, 09:58 Uhr
Theresa Kalmer
Netto setzt als erster Discounter auf Holzbausteine bei einer Filial-Erweiterung in Fulda. Bildquelle: Netto

Netto Marken-Discount erweitert eine Filiale in Fulda mit Holzbausteinen des Herstellers Triqbriq. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der erste Discounter in Deutschland, der diese Bauweise für eine Filialerweiterung nutzt. Insgesamt kommen 2.600 Holzbausteine zum Einsatz, in denen laut einer drittverifizierten Umweltproduktdeklaration rund 57,5 Tonnen Kohlendioxid eingelagert sind. Die Verkaufsfläche wächst von 672 auf 913 Quadratmeter.

Methode macht Konstruktion kreislauffähig

Auch andere Lebensmittelhändler setzen bereits auf diese Holzbauweise. Die Edeka Minden-Hannover betreibt in Braunschweig einen Markt, dessen Gebäude ausschließlich aus Holzbausteinen besteht. In dem Gebäude sind 11.000 Holzbausteine aus deutscher Produktion verbaut.

Die Holzbausteine bestehen aus Industrieholz, Kalamitätsholz und rückgebautem Holz, wie Netto mitteilte. Der Hersteller verzichtet auf Klebstoffe oder andere künstliche Verbindungsmittel. Die Elemente werden aufeinander gesteckt und mit Buchenholzdübeln fixiert. Diese Methode ermöglicht nach Darstellung des Unternehmens einen sortenreinen Rückbau und macht die Konstruktion kreislauffähig. „Mit der Erweiterung unserer Filiale in Fulda mit 2.600 Holzbausteinen setzen wir erneut ein Zeichen für unsere nachhaltigere Expansionsstrategie“, so Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation.

Netto startet Umbau im laufenden Betrieb

Der Baustart erfolgte im November 2025. Die Verlegung der Holzbausteine begann im Dezember im laufenden Betrieb. Ab Mitte Februar schließt die Filiale für den finalen Umbau. Die Wiedereröffnung ist für den 24. März 2026 geplant.

Netto plant zudem eine Photovoltaikanlage, eine Dachbegrünung, eine Wärmepumpe, Wärmerückgewinnung sowie Ladeparkplätze für Elektroautos und überdachte Fahrradladeplätze für E-Bikes. Optimierte Gebäudedämmung und moderne LED-Beleuchtung gehören bereits zu den Baustandards des Discounters.

Wörner: Bauen im Bestand in aller Munde

Die Erweiterung in Fulda ist ein weiterer Schritt in der Expansionsstrategie von Netto. Nach Holzbaufilialen in Creußen in Bayern und einem Holzmodulbau in Dortmund integriert das Unternehmen nun eine weitere Bauweise in sein Filialnetz. „Gerade mit Blick auf die Nachhaltigkeit ist das Thema Bauen im Bestand in der Baubranche aktuell in aller Munde“, sagte Maximilian Wörner, Vorstand der Triqbriq AG. Die Filialstandorte sind neben der Gestaltung des Sortiments und der Geschäftsmodelle eine der drei Hauptsäulen der Netto-Strategie zur Kreislauffähigkeit, heißt es seitens des Discounters.

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