Brauerei-Konsolidierung Kulmbacher Gruppe schließt Scherdel-Brauerei in Hof

Die Kulmbacher Gruppe beendet die Bierproduktion am Scherdel-Standort in Hof Ende 2026. Der Absatz der Scherdel-Biere hat sich in den vergangenen 20 Jahren halbiert. Die 35 betroffenen Mitarbeiter sollen Arbeitsplätze an anderen Standorten der Gruppe erhalten.

Freitag, 17. Oktober 2025, 14:19 Uhr
Theresa Kalmer
Die Hofer Scherdel-Brauerei stellt Ende des kommenden Jahres ihren Betrieb ein. Die Kulmbacher Gruppe als Eigner nennt wirtschaftliche Gründe. (Symbolbild) Bildquelle: Getty Images

Die Kulmbacher Gruppe schließt die traditionsreiche Scherdel-Brauerei in Hof Ende 2026. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei am Standort in Oberfranken nicht mehr möglich, teilte das Unternehmen mit. Von der Schließung sind 35 Mitarbeiter betroffen.

„Gemeinsam mit den Hofer Mitarbeitern haben wir jahrelang intensiv um den Erhalt des Brauereibetriebs in Hof gekämpft“, erklärte Vorstandssprecher Jörg Lehmann in der Mitteilung. Die Situation am Standort habe sich in den vergangenen Jahren jedoch zugespitzt. Das Absatzvolumen der Scherdel-Biere hat sich nach Angaben der Kulmbacher Gruppe in den vergangenen zwei Jahrzehnten halbiert. Gestiegene Preise für Rohstoffe, Energie und Personal sowie anstehende Investitionen hätten die Entscheidung zur Schließung unausweichlich gemacht.

Die Kulmbacher Gruppe hatte die Scherdel Privatbrauerei 2003 nach einer Insolvenz übernommen. Die betroffenen Mitarbeiter sollen nach Unternehmensangaben Arbeitsplätze an anderen Kulmbacher-Standorten angeboten bekommen.

Kulmbacher Gruppe verlagert Produktion nach Sachsen

Die Scherdel-Biere will die Kulmbacher Gruppe künftig am Standort Neuensalz im sächsischen Vogtlandkreis brauen. Die Marke besteht seit fast 200 Jahren.

Unklar ist, wie es mit dem traditionellen Scherdel-Schlappenbier weitergeht. Dieses spezielle Bier wird bislang nur für den Hofer Schlappentag gebraut – eines der ältesten Schützen- und Handwerkerfeste Deutschlands.

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