Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Beschäftigten von Coca-Cola in Norddeutschland zu einem 16-stündigen Warnstreik aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen begannen am Morgen um 6 Uhr an vier Standorten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wie die NGG mitteilte.
Der Ausstand betrifft die Abfüllbetriebe in Hildesheim, Lüneburg und Mölln sowie den Logistikstandort Achim bei Bremen. An den vier Standorten arbeiten nach Angaben der Gewerkschaft insgesamt etwa 1.200 Beschäftigte, davon knapp die Hälfte in Hildesheim. Die NGG rechnet bei einer zentralen Streikkundgebung in Bremen mit 500 Teilnehmern.
Hintergrund des Arbeitskampfs sind die stockenden Tarifverhandlungen. Die NGG fordert rückwirkend zum 1. September eine Lohnerhöhung von 5 Prozent plus 150 Euro als Sockelbetrag. Das Unternehmen plant nach Angaben der Gewerkschaft für 2025 eine Nullrunde und will erst 2026 die Löhne um 1,5 Prozent anheben. „Dass Coca-Cola für 2025 keine Lohnerhöhung vorsieht und erst 2026 magere 1,5 Prozent anbieten will, ist eine Provokation“, zitierte die NGG ihre Geschäftsführerin der Region Hannover, Lena Lange, in der Mitteilung.
Coca-Cola verweist auf bisherige Lohnsteigerungen
Das Unternehmen widersprach den Angaben. „Für 2025 hat es bereits eine Lohnerhöhung gegeben“, sagte eine Sprecherin. Coca-Cola verweist darauf, dass das Unternehmen die Beschäftigten in der hohen Inflationsphase zwischen 2021 und 2023 mit einem Inflationsbonus von 3.000 Euro unterstützt und die Tarifentgelte seit 2023 um insgesamt 670 Euro pro Monat erhöht hat. Darin enthalten sei auch die bereits umgesetzte Entgelterhöhung von rund 3,5 Prozent (monatlich 170 Euro) seit März 2025.
„In den vergangenen erfolgreichen Jahren haben wir die Leistungen unserer Belegschaft mit hohen Entgeltabschlüssen anerkannt“, sagte Kathrin Flohr, Geschäftsführerin People & Culture bei Coca-Cola. Das Unternehmen verweist auf eine aktuell herausfordernde wirtschaftliche Lage, die durch Kaufzurückhaltung und steigende Kosten geprägt sei.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 10. November in Hamburg angesetzt. Die NGG droht mit einer Ausweitung der Streiks, falls es dann keine Einigung gibt.
Coca-Cola betreibt nach eigenen Angaben bundesweit 24 Standorte mit rund 6.500 Beschäftigten. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2024 ein Absatzvolumen von knapp 4,1 Milliarden Litern.