Die Europäische Union führt zusätzliche Zölle auf Düngemittel und Nahrungsmittel aus Russland und Belarus ein. Dies beschloss eine Mehrheit der EU-Staaten bei einer Sitzung in Luxemburg. Die EU will damit Russland die Finanzierung seines Kriegs gegen die Ukraine erschweren.
Bei Düngemitteln erhebliche Abhängigkeit der EU
Die neuen Abgaben betreffen unter anderem Zucker, Essig, Mehl, Tierfutter sowie Düngemittel auf Stick- und Harnstoffbasis. Künftig unterliegen damit alle Agrarimporte aus Russland Zöllen. Die EU-Staaten gaben an, dass die neuen Abgaben im Jahr 2023 etwa 15 Prozent aller Agrarimporte aus Russland betrafen. Das Europaparlament berichtete von einem deutlichen Anstieg der Importe im Jahr 2024.
Bei Düngemitteln besteht eine erhebliche Abhängigkeit der EU von Russland. Die EU importierte 2023 etwa ein Viertel der von den neuen Abgaben betroffenen Düngemittel aus Russland. Dies entsprach einem Wert von 1,28 Milliarden Euro. Die EU warnt: Russland könnte diese Marktmacht als Druckmittel einsetzen.
EU plant schrittweise Zollerhöhung bis 2028
Die EU führt die neuen Zölle schrittweise über drei Jahre ein. Zusätzlich zu den grundsätzlichen Abgaben von 6,5 Prozent erhebt sie jährlich steigende Gebühren. „Ab Juli würden je nach Produktart 40 bis 45 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2028 soll die Abgabe auf 315 bis 430 Euro pro Tonne steigen“, teilte die EU mit.
Das Europaparlament stimmte dem Vorhaben bereits zu. Die Entscheidung zeigt die Bemühungen der EU, den wirtschaftlichen Druck auf Russland zu erhöhen und gleichzeitig die eigene Abhängigkeit von russischen Importen zu verringern.