Die Zahl der Schweineschlachtungen in Deutschland ist 2024 erstmals seit acht Jahren wieder gestiegen. Die Schlachtbetriebe verarbeiteten 44,65 Millionen Tiere. Das berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands. Der Zuwachs entspricht einem Plus von 1,8 Prozent gegenüber 2023. Zwischen 2016 und 2023 waren die Schlachtzahlen um 25,8 Prozent gesunken.
Weiterer Machtzuwachs für Tönnies in Sicht
Der Rückzug des niederländischen Schlachtunternehmens Vion aus dem deutschen Markt Anfang 2024 hat die Branche verändert. Die beiden größten deutschen Schlachtunternehmen Tönnies und Westfleisch bauten ihre Marktposition aus. Sie kommen zusammen auf einen Marktanteil von 45,1 Prozent. Danish Crown folgt mit 6,2 Prozent auf dem dritten Platz.
Tönnies plant die Übernahme des ehemaligen Vion-Schlachthofs in Crailsheim. Das Bundeskartellamt prüft die Übernahme noch bis zum 23. Juni 2025. Bei einer Zustimmung wäre Tönnies das einzige Schlachtunternehmen, das in weiten Teilen Deutschlands bedeutende Standorte sowohl für Rind- als auch für Schweinefleisch betreibt.
80 Prozent der Schweinebestände in 4 Bundesländern
Mehr als zwei Drittel der Schweineschlachtungen fanden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen statt. In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der geschlachteten Schweine um 2,3 Prozent auf 16,72 Millionen Tiere. In Niedersachsen blieb die Zahl mit 13,43 Millionen Tieren stabil. Bayern und Baden-Württemberg bilden eine weitere Kernregion der Schweinehaltung. In diesen vier Bundesländern befinden sich 80 Prozent der deutschen Schweinebestände.
Die Schließung von Vion-Schlachthöfen führt in Regionen mit geringerer Schweinehaltung wie Brandenburg und Hessen zu längeren Transportwegen. Dies schwäche die dortigen Schweinehalter zusätzlich, so die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands.