Erst seit kurzem gehört das Kölner Milchwerk zu Theo Müller. Mit Wirkung zum April 2023 hatte der Konzern mehrere Standorte sowie die Markenrechte an Landliebe und Tuffi vom Konkurrenten Friesland Campina übernommen. Das Bundeskartellamt hatte allerdings die Auflage gemacht, dass Theo Müller nicht alles übernimmt. Entsprechend musste sich das Unternehmen von Tuffi trennen. Dies sei nach Firmenangaben bereits geschehen. Dadurch sei allerdings die Auslastung des Kölner Milchwerks gesunken und eine Standortschließung nach Darstellung des Managements unausweichlich. Marcus Almeling, Finanzchef des Konzerns, bezeichnete die Standortaufgabe als „bitter“. Die noch Beschäftigten sollen Übernahmeangebote in anderen Konzernbereichen bekommen. Als Nachnutzung des Areals kommt der Firmenmitteilung zufolge eine Bebauung mit mehreren hundert Wohnungen in Betracht.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) reagierte mit Kritik und warf dem Management vor, in einem kalkulierten Milch-Deal dem Kartellamt den „Schwarzen Peter“ zuschieben zu wollen. Während die Beschäftigten die Verlierer seien, nehme sich das Unternehmen das, was sich lohne: das Firmengelände in guter Kölner City-Lage und die Marke Landliebe, sagt der Gewerkschafter Helge Adolphs.