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Corona-Fälle Schlachthof Weidemark wird geschlossen

Lebensmittel Praxis | 08. Oktober 2020
Corona-Fälle: Schlachthof Weidemark wird geschlossen
Bildquelle: Tönnies

Der Schlachthof Weidemark im emsländischen Sögel wird wegen Dutzender Corona-Fälle vorübergehend geschlossen. Die Tönnies-Tochter wehrt sich gerichtlich gegen die Schließung.

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Inzwischen seien 112 Beschäftigte des Fleischbetriebs Weidemark mit dem Coronavirus infiziert, teilte der Landkreis Emsland mit. Die Schlachtung ende am Freitag, bis Sonntag werde noch zerlegt, danach werde der Betrieb mit rund 2.000 Mitarbeitern voraussichtlich 22 Tage dicht sein. „Diese Regelung ist wichtig, um zu vermeiden, dass es zu einer exponentiellen Verbreitung des Virus in der Belegschaft, aber auch außerhalb des Schlachthofes kommt“, hieß es in der Mitteilung.

Die Tönnies-Tochterfirma Weidemark will gerichtlich gegen die vorübergehende Schließung vorgehen. Es werde eine einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht beantragt, weil die Schließung nicht verhältnismäßig sei, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Weidemark-Geschäftsführer Christopher Rengstorf teilte mit: „Wir haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor neuen Infektionen mit den Behörden des Emslandes abgestimmt und installiert, um gleichzeitig den Druck auf die landwirtschaftlichen Erzeugungsketten zu entlasten.“ Diese Maßnahmen zeigten erste Erfolge. „Daher müssen wir Verhältnismäßigkeit wahren und neben dem Infektionsschutz auch den Tierschutz auf den Höfen in der Region sicherstellen“, so Rengstorf.

Auch in einem Schlachthof in Emstek (Landkreis Cloppenburg) stieg die Zahl der Infizierten. Es seien bei Tests unter Mitarbeitern in den vergangenen Tagen insgesamt 63 Fälle bekanntgeworden, teilte Landrat Johann Wimberg (CDU) mit. Der Schwerpunkt der Infektionen sei im Bereich der Grobzerlegung festgestellt worden. Mitarbeiter im Bereich der Schlachtung seien hingegen kaum betroffen. Der Betrieb in dem zum Vion-Konzern gehörenden Schlachthof solle zunächst eingeschränkt, aber nicht komplett heruntergefahren werden.

Laut Wimberg verständigten sich Landkreis und Unternehmen auf Maßnahmen. So solle der Betrieb auf nur noch eine Produktionslinie heruntergefahren werden. Das heißt, dass nicht mehr bis zu 12.000 Schweine pro Tag geschlachtet werden, sondern nur noch maximal 7.000.

Außerdem sollen von nun an alle Mitarbeiter, die das Unternehmen betreten, täglich auf Corona getestet werden. Damit würden die bislang schon auf Anweisung des Landes stattfindenden regelmäßigen Tests ausgeweitet. Insgesamt hat der Schlachthof Wimbergs Angaben zufolge rund 1.100 Beschäftigte. Die neuen Corona-Infektionen seien wegen der regelmäßigen Tests aufgefallen.

Wahrscheinlich hätten sich die Mitarbeiter außerhalb der Arbeit angesteckt und das Virus in den Betrieb mitgebracht. Nach ersten Erkenntnissen konzentriere sich das Infektionsgeschehen bei Mitarbeitern aus der Grobzerlegung. Andere Betriebsbereiche wie etwa die Schlachtung seien kaum oder gar nicht betroffen.