Die Stimmung im deutschen Einzelhandel hat sich weiter verschlechtert und liegt nach Angaben des Handelsverbands Deutschland auf dem Niveau des zweiten Corona-Lockdowns. Das zeigt eine Umfrage des Verbands unter 600 Unternehmen der Branche. 63 Prozent der befragten Händler gaben an, ihre Geschäftslage habe sich im ersten Halbjahr 2026 verschlechtert. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 51 Prozent.
Anhaltende Konsumzurückhaltung größtes Problem
42 Prozent der Händler bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als 33 Prozent diese Einschätzung teilten. Zwei Drittel der Unternehmen rechnen für 2026 mit niedrigeren Umsätzen als im Vorjahr. Nur 18 Prozent erwarten steigende Erlöse.
Als größtes Problem nannten 79 Prozent der Händler die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Weitere Belastungen sehen die Unternehmen laut der Umfrage in der Bürokratie (55 Prozent), der Preisentwicklung und dem Mindestlohn (jeweils 48 Prozent) sowie den Energiekosten (45 Prozent). „Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf – bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen“, so HDE-Präsident Alexander von Preen.
Handelsverband hält an Umsatzprognose fest
Der Handelsverband Deutschland hält trotz der schlechten Stimmung an seiner Umsatzprognose für das laufende Jahr fest. Der Verband erwartet für den Einzelhandel einen Gesamtumsatz von 697,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Plus von 2 Prozent gegenüber 2025 – preisbereinigt allerdings nur einem Wachstum von 0,5 Prozent.
Unterschiedlich entwickeln sich den Angaben zufolge die Vertriebskanäle: Während der Verband für den Onlinehandel ein reales Wachstum von 3,5 Prozent erwartet, dürften die Umsätze im stationären Handel lediglich auf dem Vorjahresniveau verharren.
