Jennifer Hirsch und Sarah Oberländer sind nun die Koordinatoren des We-Care-Standards. Das Siegel belegt nachhaltiges Handeln und schafft die Grundlage für eine EmpCo-konforme Kommunikation. Der We-Care-Standard unterstützt Unternehmen der Lebensmittelbranche dabei, ihren Betrieb sowie die gesamte Lieferkette nachhaltig zu gestalten.
Axel Wirz bleibt Berater
Jennifer Hirsch ist Ernährungsökonomin, Sarah Oberländer Diplomingenieurin für ökologische Landwirtschaft und Ressourcenmanagement. Sie bringen langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft mit. Die beiden übernehmen die Koordination von Axel Wirz, der das Label maßgeblich mitentwickelt hat. Im Zuge seiner schrittweisen Vorbereitung auf den Ruhestand bleibt er dem Standard weiterhin beratend verbunden.
Seit 2021 bietet We Care Unternehmen der Lebensmittelbranche einen Rahmen, um Nachhaltigkeit systematisch zu steuern, in Lieferketten zu verankern und überprüfbar zu machen. Mit den neuen Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen durch die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucherinnen und Verbraucher für den ökologischen Wandel (Empowering Consumers for the Green Transition Directive), kurz EmpCo-Richtlinie, gewinnt We Care nach eigener Darstellung zusätzlich an Bedeutung.
164 Prüfkriterien spielen eine Rolle
Denn ab dem 27. September 2026 müssen Unternehmen ihre Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen besonders sorgfältig belegen. Unklare oder nicht nachweisbare Aussagen können Bußgelder und Abmahnungen nach sich ziehen. Auch Gütesiegel, die ökologische oder soziale Merkmale hervorheben, müssen künftig strengen Anforderungen genügen.
Während viele Nachhaltigkeitsstandards ihre Systeme derzeit an die neuen gesetzlichen Vorgaben anpassen, bietet We Care nach eigener Darstellung der Lebensmittelwirtschaft bereits heute eine belastbare Grundlage für die glaubwürdige und EmpCo-konforme Nachhaltigkeitskommunikation.
Als ganzheitlicher Managementstandard für zertifizierte Nachhaltigkeit betrachtet We Care ökologische und soziale Aspekte des gesamten Unternehmens sowie entlang der gesamten Lieferkette. Statt einzelne Produkte auszuzeichnen, bewertet der Standard 164 Prüfkriterien aus den Bereichen Unternehmensführung, Lieferkettenmanagement, Umweltmanagement und soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Die Einhaltung der Anforderungen wird im Rahmen einer unabhängigen Drittprüfung durch externe, akkreditierte Zertifizierungsstellen überprüft.
FiBL ist Träger des Standards
Zertifizierte Unternehmen wie Alnatura, Lebensbaum oder Barnhouse weisen mit dem Standard nach, dass sie gemeinsam mit ihren Partnern anspruchsvolle Anforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfüllen. Durch Regelungen für Prozesse, Verantwortlichkeiten, interne Audits und Mitarbeitendeneinbindung dokumentieren sie Nachhaltigkeit nicht nur, sondern verankern sie auch systematisch im Unternehmen. So dient der We-Care-Standard auch als internes Steuerungsinstrument für Nachhaltigkeit im Unternehmen.
Träger des Standards ist das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Deutschland. Die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung erfolgen unter dem Dach des FiBL durch einen unabhängigen Steuerungsausschuss.