Steigende Nachfrage Tofu wird in vielen Supermärkten knapp

Die Nachfrage nach Tofu steigt so stark, dass Händler wie Rewe, Kaufland und Aldi Nord Regallücken melden. Hersteller produzieren an der Kapazitätsgrenze, eine Normalisierung erwartet Rewe frühestens gegen Jahresende. Dabei ist Tofu im Markt für pflanzliche Fleischalternativen nur ein vergleichsweise kleines Segment.

Mittwoch, 03. Juni 2026, 13:03 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Tofu steht bei vielen auf dem Speiseplan – und nicht nur bei Vegetariern und Veganern. Das sorgt zunehmend für Regallücken. Bildquelle: Getty Images

Tofu wird in vielen Supermärkten und Discountern knapp. Mehrere Händler berichten von Regallücken, Hersteller produzieren an der Kapazitätsgrenze. Eine Normalisierung erwartet der Handelskonzern Rewe frühestens Ende 2026.

Die Warenverfügbarkeit bei Tofu sei eingeschränkt, teilte ein Rewe-Sprecher mit. „Ein Grund ist die rasant gestiegene und nach wie vor sehr hohe Nachfrage.“ Hinzu kämen Engpässe bei einzelnen Herstellern. Betroffen seien sowohl Eigenmarken als auch Markenprodukte. Bei Rewe habe sich die Tofu-Nachfrage in den vergangenen drei bis vier Jahren nach eigenen Angaben verdoppelt. Allein 2025 habe der Absatz rund 30 Prozent über dem Vorjahr gelegen.

Auch Kaufland und Aldi Nord bestätigten laut der Mitteilung eine angespannte Lage. Im Einzelfall könne es vorkommen, dass bestimmte Artikel vorübergehend nicht verfügbar seien, sagte eine Kaufland-Sprecherin. Aldi Nord erklärte, vergriffene Artikel würden zügig wieder aufgefüllt.

Taifun nimmt Produkte vorübergehend aus dem Sortiment

Auf der Herstellerseite zeigt sich die Lage besonders beim Freiburger Tofu-Produzenten Taifun angespannt. Das Unternehmen räumte auf seiner Internetseite ein, zuletzt nicht alle Produkte in der nachgefragten Menge geliefert haben zu können. Vorübergehende Produktionsprobleme hätten die Naturtofu-Menge stark reduziert, die als Basis aller Produkte diene. Einige Produkte hat Taifun den Angaben zufolge vorerst aus dem Sortiment genommen, um die Produktion zu stabilisieren. Diese sollen nach aktuellem Stand erst Anfang 2027 schrittweise zurückkehren.

Um die Versorgung langfristig zu sichern, baut das Unternehmen am Standort Freiburg in diesem Jahr eine neue Tofu-Anlage und ein Soja-Silo. Auch der Berliner Hersteller Treiber Tofu produziert nach eigenen Angaben an der Kapazitätsgrenze. „Soja ist verfügbar, daran liegt es nicht“, erklärte das Unternehmen. Die Produktion solle ausgeweitet werden, das brauche jedoch Zeit.

Björn Fromm, Edeka-Händler und Präsident des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), erklärte, Tofu werde vor allem in Städten und bei jüngeren Kunden immer stärker nachgefragt. Deshalb werde sofort spürbar, wenn ein Hersteller mit seinen Kapazitäten nicht schnell genug nachkomme. Das Interesse an eiweißreichen Produkten sei in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich gestiegen, so Fromm. Auch das Milchprodukt Skyr sei in den vergangenen Monaten in Geschäften teilweise vergriffen gewesen – Händler führten dies ebenfalls auf den Trend zu proteinreicher Ernährung und den Einfluss sozialer Medien zurück.

Die Produktion von Fleischersatzprodukten insgesamt ist laut Statistischem Bundesamt 2025 nach langem Boom allerdings erstmals leicht gesunken. Ivo Rzegotta vom Thinktank „The Good Food Institute Europe“ ordnete ein, Tofu bleibe trotz seines Wachstums ein vergleichsweise kleines Segment. Der Absatz pflanzlicher Fleischalternativen sei fast viermal so hoch wie der von Tofu.

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