Tchibo-Kaffeereport Fast jeder zweite Deutsche hält Kaffee für ein Luxusgut

Die Kaffeepreise in Deutschland sind seit 2020 um 57 Prozent gestiegen – das verändert das Kaufverhalten spürbar. Laut dem neuen Kaffeereport bevorraten sich 85 Prozent der Verbraucher gezielt bei Sonderangeboten. Jeder dritte junge Erwachsene kann sich vorstellen, Koffein künftig per Tablette statt per Tasse aufzunehmen.

Dienstag, 02. Juni 2026, 09:34 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Fast jeder zweite Kaffeetrinker bereitet seinen Kaffee inzwischen mit einem Vollautomaten zu. Bildquelle: Getty Images

Die Menschen in Deutschland trinken im Schnitt 3,2 Tassen Kaffee am Tag – und fast die Hälfte hält das Getränk inzwischen für ein Luxusgut. Das geht aus dem neuen Kaffeereport hervor, den Tchibo gemeinsam mit dem Magazin „Brand Eins“ und der Statistik-Plattform Statista veröffentlicht hat. Für die darin enthaltene repräsentative Umfrage befragte Statista im Januar 1.500 Kaffeetrinker zwischen 18 und 75 Jahren online.

Verbraucher greifen vermehrt zu Handelsmarken

Hintergrund der veränderten Wahrnehmung sind die deutlich gestiegenen Preise: Bohnenkaffee kostete im April 2026 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Schnitt 57 Prozent mehr als noch 2020. Höhere Rohstoffpreise infolge von Trockenheit und schwachen Ernten trieben die Kosten in die Höhe. Die großen Lebensmittelhändler senkten zuletzt zwar die Preise ihrer Eigenmarken leicht, dennoch liegt das Preisniveau weiterhin weit über dem früherer Jahre. Laut dem Marktforscher Yougov greifen Verbraucher deshalb vermehrt zu günstigeren Handelsmarken. 85 Prozent der Befragten gaben an, sich gezielt zu bevorraten, wenn Kaffee im Angebot ist. Nur 4 Prozent kaufen den Angaben zufolge unabhängig von Rabattaktionen.

Bei der Zahlungsbereitschaft zeigt die Umfrage klare Grenzen: Gut ein Drittel der Befragten würde 10 bis knapp 13 Euro pro Kilo ausgeben, jeder Fünfte höchstens 9,99 Euro. Lediglich 7 Prozent wären bereit, mehr als 20 Euro zu zahlen. Im Restaurant liegt die Schmerzgrenze für einen Espresso bei 4,50 Euro – 46 Prozent würden bei einem höheren Preis verzichten. Innerhalb der EU variieren die Preise laut der Datenbank Numbeo stark: In Italien kostet ein Cappuccino im Restaurant im Schnitt 1,74 Euro, in Dänemark 5,65 Euro. Deutschland liegt mit 3,57 Euro im oberen Mittelfeld.

Vollautomaten holen die Filtermaschine ein

Bei den Zubereitungsgeräten deutet sich laut dem Report eine Wachablösung an: 43 Prozent der Befragten nutzen eine Filterkaffeemaschine, 42 Prozent einen Vollautomaten. Noch 2015 lag der Anteil der Vollautomaten bei 19 Prozent, die Filtermaschine kam auf 72 Prozent. Regional gibt es große Unterschiede – in Ostdeutschland nutzen 55 Prozent eine Filtermaschine, im Süden nur 35 Prozent. Tchibo-Sprecherin Karina Schneider führte die Entwicklung laut der Mitteilung auf den Trend zu ganzen Bohnen und frischer Zubereitung zurück. Filterkaffee bleibt mit 47 Prozent die beliebteste Zubereitungsart, gefolgt von Caffè Crema mit 38 Prozent und Cappuccino mit 34 Prozent.

Jüngere Konsumenten offen gegenüber Alternativen

Auf die Frage, was sie am Kaffee verändern würden, nannten 20 Prozent der Befragten günstigere Preise als wichtigsten Wunsch. Jeweils 16 Prozent wünschten sich erschwinglichere Preise für nachhaltigen Kaffee und bessere Arbeitsbedingungen in den Anbauländern. Bemerkenswert ist auch die Offenheit jüngerer Konsumenten gegenüber Alternativen: Mehr als jeder dritte Befragte zwischen 18 und 35 Jahren kann sich dem Report zufolge vorstellen, auf das Kaffeetrinken zu verzichten und Koffein stattdessen etwa über eine Tablette aufzunehmen. 20 Prozent aller Befragten würden einen im Labor hergestellten Kaffee probieren.

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