Tarifverhandlungen Verdi ruft Handelsbeschäftigte zu ersten Warnstreiks auf

Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag bundesweite Warnstreiks im Handel angekündigt. Hintergrund sind erste Tarifangebote der Arbeitgeber, die Verdi als unzureichend zurückweist. In der Branche arbeiten rund 5,2 Millionen Menschen.

Mittwoch, 13. Mai 2026, 16:49 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Im Handel soll es am Freitag zu Warnstreiks kommen. Die Gewerkschaft Verdi will ihren Forderungen an die Gewerkschaften zu Druck verleihen. Bildquelle: Getty Images

Die Gewerkschaft Verdi hat in den laufenden Tarifverhandlungen im Handel zu ersten Warnstreiks aufgerufen. Am Freitag sollen bundesweit Betriebe bestreikt werden, wie Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer mitteilte. In Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund sind zudem Streikkundgebungen geplant.

Hintergrund sind die aus Sicht der Gewerkschaft unzureichenden Angebote der Arbeitgeberseite. In Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatten die Arbeitgeber in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt. Verdi wies diese zurück. Zimmer sprach laut der Mitteilung von „vergifteten Angeboten“, die nicht einmal die Inflation ausgleichen würden. Konkret bieten die Arbeitgeber ab November eine Erhöhung um 2 Prozent und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent an. Verdi fordert dagegen 7 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 225 Euro.

Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnte bereits vor Beginn der Gespräche vor aus seiner Sicht unrealistischen Forderungen. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage gebe es „dieses Mal kaum Spielraum“ für Lohnerhöhungen, so der Verband.

Im Handel arbeiten nach Angaben von Verdi rund 5,2 Millionen Menschen in Deutschland, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorangegangene Tarifrunde hatte sich über mehr als ein Jahr hingezogen. Am Ende einigten sich die Parteien für den Zeitraum 2023 bis 2025 auf ein Einkommensplus von insgesamt rund 14 Prozent. Die Tarifbindung in der Branche geht den Angaben zufolge seit Jahren zurück und liegt auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

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